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Serratia-Fälle

Hat die Charité Fehler gemacht?

Die Suche nach der Quelle für die Serratia-Fälle an der Charité geht weiter: Die ärztliche Leitung hat erstmals Fehler eingeräumt. Auch ein Infektionsfall aus dem Sommer rückt zunehmend in den Fokus.

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Charité-Chef-Hygienikerin Petra Gastmeier: Erste positive Proben am 8. August.

Charité-Chef-Hygienikerin Petra Gastmeier: Erste positive Proben am 8. August.

© Michael Kappeler / dpa

BERLIN (ami). Die Suche nach der Ursache für den Serratienausbruch an der Berliner Uniklinik Charité geht weiter. Möglicherweise hat die Mutter eines Frühgeborenen den Keim bereits im Juli auf eine der beiden Stationen gebracht.

Bei ihr wurde der gleiche Keim festgestellt wie bei dem Säugling, der am 5. Oktober gestorben ist. Ähnliche Berichte gab es Bereits Ende vergangener Woche.

"Wir müssen klären, wie dieser Keim über einen Zeitraum von sieben Wochen in unserer Neonatologie persistieren konnte", sagte der Ärztliche Direktor der Charité, Professor Ulrich Frei, am Dienstag in Berlin.

Das untersucht nun die zuständige Arbeitsgruppe. Auch Wasch- und Infusionslösungen werden als mögliche Infektionsquelle nicht ausgeschlossen.

Vorwürfe der Schlamperei gegen Ärzte und Pflegekräfte der beiden Stationen wies Frei jedoch entschieden zurück. "Ich stelle mich voll vor dieses Personal", sagte er.

Frei aber räumte ein, dass die Personalausstattung der Stationen hinter den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts von drei Pflegevollkräften pro Bett zurückbleibt. Hochspezialisiertes Pflegepersonal sei nicht so einfach zu bekommen, sagte er.

Stationen geteilt

Auch im Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) wurde offenbar schon am 11. Oktober mindestens ein frühgeborener Säugling mit Serratien infiziert. Er ist jedoch in stabilem Zustand.

Kritik gibt es an der Informationspolitik der Charité. Frei räumte Fehler ein. "Es wäre klüger gewesen, die Öffentlichkeit am 18. und nicht erst am 20. Oktober zu informieren", sagte er.

Am 18. Oktober hat die Charité den Aufnahmestopp für zwei Stationen der Neonatologie am Virchow-Klinikum verhängt.

Bereits 8. Oktober erhielt die Chef-Hygienikerin der Uniklinikums, Professor Petra Gastmeier, nach eigenen Angaben die Information über zwei Serratia-Sepsis-Fälle auf den Stationen.

"Wir haben sofort alle Kontrollmaßnahmen eingeleitet", sagte Gastmeier. Das Gesundheitsamt Mitte sei am 9. Oktober über den Ausbruch informiert worden.

Alle Kinder seien auf den Keim untersucht worden. Daraufhin seien die Stationen geteilt worden in eine mit betroffenen und eine mit nicht betroffenen Kindern.

Eine erste Vor-Ort-Besprechung mit dem aufsichtführenden Amtsarzt des Bezirksamts Mitte sei am 12. Oktober erfolgt. Dabei sei beraten worden, ob die ergriffenen Maßnahmen ausreichen. Auch an die Feuerwehr sei eine Meldung ergangen, dass keine neuen Kinder mehr aufgenommen werden sollen.

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