Ärzte Zeitung, 28.12.2012

Mentoring in Düsseldorf

Persönliche Betreuer für Medizinstudenten

Ein Mentoring-Programm für Medizinstudenten hat die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf initiiert. Die zwölf Mentoren sollen ihren Schützlingen auch Fragen beantworten wie: Was bedeutet es, Arzt zu sein?

Von Jonas Tauber

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Berufserfahrene Ärzte können den Nachwuchskräften nicht nur mit fachmännischer Expertise zur Seite stehen.

© Yuri Arcurs / fotolia.com

KÖLN. Die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf bietet Medizinstudenten ein neues Mentoring-Programm an. Teilnehmer bekommen für das gesamte klinische Studium einen erfahrenen Arzt zur Seite gestellt.

Mit dieser Vertrauensperson sollen die angehenden Mediziner persönliche Fragen besprechen, für die zwischen Hörsaal und OP keine Zeit ist.

Am 20. November ist das Mentorenprogramm der Heinrich-Heine-Universität "Arzt für Arzt" angelaufen. Jeweils vier Medizinstudenten bilden ein Gespann mit einem der derzeit zwölf Mentoren - Ärzte verschiedener Fachrichtungen mit langer Berufserfahrung.

Teilnehmen können auch niedergelassene Ärzte. Gegenüber ihrem Mentor sollen die Studenten nicht-medizinische Fragen ansprechen können: Was bedeutet es, Arzt zu sein oder wie lassen sich Beruf und Privatleben vereinbaren?

An der Finanzierung, die für fünf Jahre steht, hat sich die Günther-und-Imme-Wille-Stiftung beteiligt.

"Das Mentoring soll unseren Studenten von Studienbeginn an eine persönliche Begleitung von einem erfahrenen Arzt ermöglichen", erklärt Studiendekanin Professor Stefanie Ritz-Timme das Ziel des Programms.

Das sei gerade in Zeiten sehr wichtig, die von Nachwuchsproblemen und ökonomischem Druck geprägt seien. Dazu komme eine Generation, die immer weniger bereit sei, die Familienplanung dem Beruf zu opfern.

Erfrischende Erfahrung

Wie stark die teilnehmenden Studenten die Möglichkeiten nutzen, hängt ganz von ihnen ab. "Im Unterschied zu kleinen Lerngruppen funktioniert Mentoring absolut studierendengesteuert", sagt Ritz-Timme.

Es sei eine erfrischende Erfahrung für die angehenden Mediziner, dass ihre Aktivität und Kreativität gefragt seien. Das übrige Studium sei doch sehr verschult und passiv ausgelegt, sagt Ritz-Timme.

Eigene Initiative mussten die Studenten bereits bei der Frage beweisen, wer ihr Mentor sein sollte. Das Zusammenstellen der Gruppen - das sogenannte Matching - blieb den angehenden Ärzten soweit wie möglich selbst überlassen.

Auf einem Empfang lernten sie alle Mentoren kennen und nannten anschließend den Koordinatorinnen ihre jeweiligen Favoriten.

"Gute Mentoren brauchen an erster Stelle die Fähigkeit zur Empathie", sagt Ritz-Timme, die lange selbst Mentorin eines anderen Programms der Heinrich-Heine-Uni gewesen ist. Außerdem sei Interesse an jungen Menschen wichtig und Spaß, mit ihnen zu arbeiten.

Mit der Arbeit der derzeitigen Mentoren ist Ritz-Timme sehr zufrieden. "Uns spielt in die Hände, dass den teilnehmenden Ärzten bewusst ist, wie wichtig das Programm als Teil der Nachwuchsarbeit ist", sagt sie.

Jedes Jahr sollen zwölf weitere Mentoren zum Programm dazustoßen, sodass zunächst Platz für weitere 48 Studenten entsteht.

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