Ärzte Zeitung, 13.02.2013

Vivantes

Geschäftsführer nimmt seinen Hut

Vivantes-Chef Joachim Bovelet wird seinen Posten niederlegen. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

BERLIN. Der Chef des Berliner Klinikriesen Vivantes Joachim Bovelet nimmt seinen Hut. Er wird Deutschlands größten kommunalen Krankenhauskonzern aus persönlichen Gründen vorzeitig verlassen. Das hat das Unternehmen nun bestätigt.

Bovelet hat den Konzern mit neun Akutkliniken, ambulanter Reha und einer wachsenden Zahl von Pflegeheimen seit Februar 2007 geleitet. Sein Vertrag wurde 2010 bis zum Jahr 2017 verlängert.

Der Klinikmanager hat die ehemals defizitäre Vivantes GmbH in die Gewinnzone geführt. Zudem hat er die Zusammenarbeit mit der Berliner Uniklinik Charité vorangetrieben, die bislang in der Gründung des gemeinsamen Labors Berlin gipfelte.

Nachfolge noch ungeklärt

Vivantes Aufsichtsrats-Chef Hartmann Kleiner äußerte Bedauern über das vorzeitige Ausscheiden. Bovelet habe "die landeseigenen Kliniken in einem schwierigen gesundheitspolitischen Umfeld strategisch zukunftsfähig ausgerichtet und die wirtschaftliche Konsolidierung des Unternehmens erfolgreich weitergeführt", so Kleiner.

Über die Nachfolge will der Aufsichtsrat von Vivantes am 18. Februar beraten. Noch steht offenbar nicht fest, wann genau Bovelet das Unternehmen verlassen wird.

Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) erklärte, dass er gut mit dem Vivantes-Chef zusammengearbeitet habe. Die Zusammenarbeit mit dem parteilosen Finanzsenator Ulrich Nußbaum war dagegen bekanntermaßen schwierig.

Der Vorsitzende des Vivantes-Betriebsrates Giovanni Ammirabile zeigte sich enttäuscht, dass die Landesregierung keine größeren Anstrengungen unternommen hat, um Bovelet zu halten.

"Sein Weggang ist ein Verlust nicht nur für Vivantes, sondern auch für Berlin als Medizinstadt", sagte er der "Ärzte Zeitung". (ami)

[13.02.2013, 09:34:23]
Dipl.-Psych. Roland Arnhold 
Und nun?
Mehr als bedauerlich, wenn der Chef des größten Leuchtturms in der Landschaft der Krankenhäuser in öffentlicher Hand jetzt hinschmeißt!
Zumal er - bei vorzeigbarster wirtschaftlicher Entwicklung - auch noch vom eigenen Betriebsrat gelobt wird.

Eine Hoffnung bleibt:
Vielleicht ist ja eine Landesregierung doch noch klug genug, ihm die Leitung ihrer Unikliniken zu übertragen.
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