Ärzte Zeitung online, 22.08.2013

Familie und Beruf

Klinik-Kampagne für Kittel und Kind

NMit dem Programm "Zurück in den Kittel" will das Klinikum Salzgitter Ärztinnen, die Mutter geworden sind, einen Weg zurück ans Krankenbett ebnen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht dabei im Fokus.

Von Christian Beneker

Klinik-Kampagne für Kittel und Kind

Viele Ärztinnen wollen Familie und Beruf.

© photos.com PLUS

SALZGITTER. Warum ist niemand eher darauf gekommen? Das Klinikum Salzgitter will Ärzte, die nicht als solche arbeiten, reaktivieren und zurück ans Krankenbett locken. Titel der Aktion: "Zurück in den Kittel."

Nach Angaben des Klinikums sei es deutschlandweit das erste, das systematisch mit einem strukturierten Programm auf den großen Pool der stillen Reserve zurückgreift. Das Krankenhaus gehört zur Rhön-Gruppe.

Die Gruppe vor allem von Ärztinnen ist groß, erklärt Dr. Anke Lasserre, Radiologin und Geschäftsführerin des Krankenhauses in Niedersachsens Osten.

"Laut Bundesärztekammer haben wir 100.000 Kolleginnen und Kollegen in Deutschland, die derzeit nicht arbeiten.

Unglaublich, dass bisher niemand darauf gekommen ist, sie zu reaktivieren." Zugleich werden bis zum Jahr 2020 laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) rund 6000 Ärztinnen und Ärzte und gut 140.000 nichtärztliche Fachkräfte fehlen.

Idee reifte nach einer Bruchlandung

Der Auslöser für die Aktion "Zurück in den Kittel" war indessen eine Pleite: "Wir hatten eine Ärztin angestellt, die seit zehn Jahren nicht mehr gearbeitet hatte", erklärt Lasserre, "das hat damals nicht geklappt. Die Kollegin hatte zu viel Verantwortung und zu wenig Begleitung."

Daraus haben Lasserre und ihre Kollegen gelernt. Es gebe viele Kolleginnen, die es nach der Familienphase mit 35 oder 40 Jahren nicht mehr geschafft haben, zurückzukommen. Das soll sich in Salzgitter ändern.

Dort hat man nun ein Prozedere entwickelt, das Kolleginnen und Kollegen, die lange an keinem Krankenbett standen, wieder in den Alltag einer Klinik führen soll - und zwar sicher und erfolgreich. Der Wiedereinstieg beginnt in Salzgitter mit ...

Jetzt gleich lesen ...Jetzt gleich lesen ...

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »