Ärzte Zeitung online, 06.12.2013

Kommentar zu Hamburger Klinik-Check

Augen auf bei der Klinikwahl!

Die Komplikationsraten bei Hüft- und Kniegelenk-Operationen unterscheiden sich in Hamburg von Klinik zu Klinik stark. Der Wettbewerb um die beste Qualität wird für Krankenhäuser immer wichtiger, um Patienten und einweisende Ärzte zu überzeugen.

Von Dirk Schnack

Wer sich in einer Hamburger Klinik ein künstliches Kniegelenk oder Hüftgelenk einsetzen lässt, sollte das Krankenhaus sorgfältig auswählen. Die Komplikationsraten fallen so unterschiedlich aus, dass Patienten und einweisende Ärzte die Ergebnisse vor der Wahl des Krankenhauses einbeziehen sollten.

Die aktuelle Qualitätsauswertung der AOK über ausgewählte Operationen in Hamburger Kliniken zeigt auch, dass man diese Entscheidung keinesfalls nur von der Routine der jeweiligen Abteilung abhängig machen kann.

Bei manchen Eingriffen schneiden Kliniken mit hohen Fallzahlen am besten ab, bei anderen landen sie abgeschlagen im letzten Fünftel. Selten schaffen es allerdings Kliniken, für die ein Eingriff keine Routine ist, ins Spitzenfeld. Was hilft die Auswertung also?

Sie wird dazu beitragen, dass Patienten sich mit den Unterschieden beschäftigen und kritischer werden. Einweisende Ärzte werden ihre Entscheidungen überdenken. Einweisungen aus Gewohnheit, weil man dort in der eigenen Weiterbildung gute Erfahrungen gesammelt hat, werden hinterfragt. Beides führt dazu, dass sich Kliniken noch mehr als bislang um Qualität bemühen.

Wirksam sind solche Vergleiche nicht nur in Ballungszentren mit hohem Wettbewerbsdruck. Patienten werden zunehmend bereit sein, weitere Wege zu gehen - wenn die Qualität stimmt.

Lesen Sie dazu auch:
Knie- und Hüft-Op: Große Qualitätsspanne bei Hamburger Kliniken

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