Ärzte Zeitung, 24.02.2014

Hessen

Sozialministerium richtet Referat für Klinikqualität ein

OFFENBACH. Der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) geht bei seiner Klinikpolitik in die Offensive und will sich mehr für Qualität einsetzen. In seinem Ministerium sei vor einigen Wochen ein Referat für Qualität und Patientensicherheit eingerichtet worden, erklärte der Minister beim Rhein-Main-Zukunftskongress in Offenbach.

Im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen war dies kein Thema. Qualitätskriterien sollen auch im neuen hessischen Krankenhausplan stärker berücksichtig werden.

"Als erster Schritt werde Hessen dem Aktionsbündnis Patientensicherheit beitreten und dort aktiv dazu beitragen, die Krankenhausversorgung noch besser und noch sicherer zu machen", so Grüttner. Das neu-geschaffene Referat wolle er in einigen Wochen vorstellen. Er kündigte ebenfalls an, dass Hessen sich in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der Klinikfinanzierung engagieren wolle.

Wie bereits in der vergangenen Legislaturperiode will Grüttner weitere Fusionen unter den Hessischen Kliniken fördern. Dabei will er am Konzept zum Erhalt der öffentlichen Kliniken aus der vergangenen Legislaturperiode festhalten.

Einige Initiativen für regionale Fusionen gebe es bereits. "Das Land Hessen will sie dabei unterstützen, weil Krankenhäuser mittelfristig nur in größeren Verbünden wirtschaftlich und qualitativ erfolgreich agieren können", so Grüttner.

Wie im Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen bereits erwähnt, kündigte der Minister an, die Klinikförderung kurzfristig auf Pauschalen umzustellen. Damit sollen die Kliniken mehr Entscheidungsfreiheit bei Bauprojekten bekommen. Das im Koalitionsvertrag genannte Sonderinvestitionsprogramm erwähnte er nicht.

Auch bei der Förderung der regionalen Gesundheitsnetze im Land sieht sich Grüttner auf einem guten Weg. "Wir sind sehr gut vorangekommen und fördern innovative Modelle in sechs hessischen Versorgungsgebieten."

Im Rahmen des hessischen Paktes zur Sicherstellung der Versorgung stelle das Land rund 500.000 Euro zur Verfügung. Auch diese Modelle sollen in einigen Wochen vorgestellt werden. (bee)

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