Ärzte Zeitung online, 27.02.2014

Helios

IV erst in ein paar Jahren

Mit Helios steht ein unternehmerisches Schwergewicht für IV-Projekte an der Schnittstelle zwischen ambulant und stationär bereit. Allerdings wünscht man sich bessere Rahmenbedingungen.

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Schwergewicht für die IV: Helios.

© Tobias Kleinschmidt / dpa

BAD HOMBURG. Mit der Übernahme von 40 Kliniken der Rhön AG hat die Fresenius-Tochter Helios das bundesweit dichteste Kliniknetz geknüpft. 112 Betten-Häuser verteilen sich über die Republik.

Doch von dem erklärten Ziel der Akquise, "flächendeckend in Deutschland integrierte Versorgungskonzepte anzubieten", ist der Konzern noch weit entfernt. "Wir glauben an integrierte Versorgung, sind aber realistisch. Allein durch Standortzuwachs können wir keine Integrationsversorgung aufbauen", erklärte kürzlich Dr. Ulf Schneider.

Dem Fresenius-Chef sind die jetzigen sozialrechtlichen Rahmenbedingungen nicht genug. Vielmehr seien zur Förderung von Integrationsprojekten an der Schnittstelle zwischen ambulant und stationär weitere gesetzgeberische Maßnahmen nötig.

Das kaufmännische Potenzial der Rhön-Übernahme zu heben, stelle gewissermaßen das Pflichtprogramm dar. Integrierte Versorgung sei die Kür. Schneider: "Das braucht zwei, drei vier Jahre Zeit".

Experiment "Helios Plus"

An gleicher Stelle betonte der Konzernchef , dass die Mitte vorigen Jahres zusammen mit der Debeka lancierte klinikgebundene Zusatzversicherung "Helios Plus" keinen Einstieg des Unternehmens in das Geschäft mit privaten Krankenversicherungen bedeute.

Ursprünglich sei das klinikgebundene Upgrade auf Privatpatienten-Niveau nur dazu gedacht gewesen, den Konzern-Mitarbeitern etwas bieten zu können. Man sei selbst ziemlich überrascht gewesen, als die Helios-Häuser dadurch Fallzahlenzuwächse verbuchten.

Wie viele externe Kunden "Helios Plus" inzwischen hat, wollte Schneider nicht verraten. Auch könne man momentan noch nicht sagen, wie es damit weitergeht. Das Angebot befinde sich noch immer "in der Experimentierphase".

Eventuell ließen sich neben der Debeka weitere Assekuranzen für die Zusatzversicherung interessieren. Doch die strategische Planung laufe noch und "größere Zielsetzungen sind nicht formuliert".

2013, im letzten Jahr der alten Helios, setzte der Verbund mit 3,4 Milliarden Euro sechs Prozent mehr um. Der Gewinn vor Steuern (EBIT) stieg um 21 Prozent auf 390 Millionen Euro. Nach Steuern waren es mit 275 Millionen Euro 35 Prozent mehr.

2014 rechnet der Fresenius-CEO für diesen Teil von Helios mit drei bis fünf Prozent mehr Umsatz und stagnierendem bis maximal fünf Prozent höherem EBIT. Hier wirke sich die für den Rhön-Deal vom Kartellamt geforderte Abgabe zweier Kliniken Nähe Leipzig aus. (cw)

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