Ärzte Zeitung online, 25.03.2014

Medizinische Forschung

Sanofi und Uni München kooperieren

MÜNCHEN. Die Universität München, das Uni-Klinikum und das Pharmaunternehmen Sanofi wollen in der medizinischen Forschung und bei der Entwicklung neuer Therapien künftig eng zusammenarbeiten.

Dafür wurde jetzt ein Rahmenvertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Volumen von 1,5 Millionen Euro unterzeichnet.

Zu den Schwerpunkten der Forschungskooperation gehören unter anderem Diabetes, Multiple Sklerose sowie immunologische und onkologische Erkrankungen.

Wissenschaftler der Universität und aus dem Klinikum können sich mit ihren Projekten bei einem sechsköpfigen paritätisch besetzten Steering-Committee bewerben, das darüber entscheidet, ob und wie wie viel Mittel für dieses Forschungsvorhaben zur Verfügung gestellt werden.

Nach zwei Jahren wird dann über eine eventuelle Fortsetzung der Zusammenarbeit außerhalb der Rahmenvereinbarung entschieden.

Ziel der Forschungskooperation sei die Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung bis zum Krankenbett und zurück, hieß es bei einer Auftaktveranstaltung in München. Dazu sollen gemeinsame Projektteams etabliert werden, die mit Forschern aus der Universität, aus der Klinik und dem Unternehmen besetzt sind.

"Jeder soll das tun, was er am besten kann", erläuterte Professor Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Sanofi in Frankfurt.

Neue Ideen kämen heutzutage fast ausschließlich aus dem universitären Bereich, während die Industrie ihre Stärken vor allem bei der Umsetzung habe, so Maas. Weltweit habe sein Unternehmen inzwischen 126 solcher Kooperationen. Dabei spiele Deutschland eine zunehmend wichtige Rolle, betonte Maas.

Das Uni-Klinikum sei eine der forschungsstärksten medizinischen Einrichtungen in Deutschland, erklärte der Ärztliche Direktor Professor Karl-Walter Jauch. "Wir wollen bei der Umsetzung neuer Verfahren in der Medizin ganz vorne mit dabei sein", sagte er.

Eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie sei dabei unverzichtbar. Erste Erfahrung mit der Zusammenarbeit sammeln die Kooperationspartner bereits seit 2012 in einem Projekt, in dem die Funktionsweise von insulinproduzierenden Beta-Zellen untersucht wird.

Ziel des Projektes sei es, eine Therapie zur Regeneration von Beta-Zellen zu entwickeln, berichtete Professor Eckhard Wolf vom Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie. (sto)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »