Ärzte Zeitung online, 08.04.2014

Sana und UKSH

Dicke Luft wegen neuer Stroke Unit

LÜBECK. Die neue Stroke Unit an der Lübecker Sana Klinik sorgt für Streit zwischen dem Klinikbetreiber und der Konkurrenz im benachbarten Universitätsklinikum (UKSH).

Sana-Geschäftsführer Klaus Abel sieht den UKSH-Vorstand unter "massivem Druck". UKSH-Sprecher Oliver Grieve war zuvor mit dem Satz zitiert worden, es handele sich um "russisches Roulette auf Kosten der Patienten".

Vorausgegangen war der öffentlichen Auseinandersetzung die Genehmigung von 22 zusätzlichen neurologischen Betten an der Sana-Klinik durch das Kieler Sozialministerium. Diese Entscheidung hatte für Erstaunen gesorgt, unter anderem weil Anträge eines anderen Trägers in der Umgebung abschlägig beschieden worden waren.

Auch das UKSH selbst hätte die Bettenzahl gerne erhöht. Das Ministerium hatte seinen Bescheid mit der Aufforderung verknüpft, die beiden Träger sollten sich abstimmen und kooperieren.

Das scheint derzeit in weite Ferne gerückt zu sein. Das UKSH vermittelt den Eindruck, die eigene Abteilung sei kompetenter. Abel sieht darin eine Verunsicherung der Bevölkerung: "Wir fordern das UKSH auf, bei der Patientenversorgung statt auf Polemik weiter auf Partnerschaft 'Für den Patienten‘ zu setzen".

Zusammenarbeit der Ärzte unbelastet

Er erinnert daran, dass es ehemalige UKSH-Mitarbeiter sind, die die Schlaganfalleinheit bei Sana aufgebaut haben. Im vergangenen Jahr hatten sich der ärztliche Leiter und die leitende Pflegekraft der Schlaganfalleinheit am UKSH "aus eigenem Antrieb" für einen Wechsel zu Sana entschieden.

"Der notwendige Ausbau der Kapazitäten zur Schlaganfallversorgung am UKSH wurde in der vorherigen Zeit verschlafen", teilte Sana hierzu mit. "Jetzt die ehemaligen Leistungsträger zu verunglimpfen und ihnen schlechte Arbeit ausstellen zu wollen, ist kein Stil".

Auf Ärzte-Ebene bewertet man die Zusammenarbeit deutlich entspannter. "Die Zusammenarbeit mit den ärztlichen Kollegen des UKSH ist sehr gut und völlig unbelastet," so Sanas Neurologie-Chefarzt PD Jürgen Eggers.

Im Mai soll ein Gespräch zwischen dem UKSH-Vorstand und Sana helfen, die Verstimmungen zu lösen. (di)

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