Ärzte Zeitung, 03.02.2015

Uniklinik im Norden

Um rund 250.000 Euro verrechnet?

Der gekündigte Vertrag mit den DRK-Schwesternschaften soll dem Uniklinikum Schleswig-Holstein angeblich erhebliche Mehrkosten bringen.

KIEL. Die Kündigung der Gestellungsverträge für Pflegekräfte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) mit den Schwesternschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird nach Berechnungen im Auftrag des DRK teuer für das Uniklinikum. Angeblich entstehen dadurch Mehrkosten in Höhe von 253.000 Euro im Jahr.

Diese Zahl nannten die betroffenen Schwesternschaften in Kiel und Lübeck. Sie stützen sich auf eine Berechnung einer Kieler Unternehmensberatung, die bisherigen Annahmen des UKSH widersprechen. Das UKSH hat, wie berichtet, zum Jahresende die Gestellungsverträge gekündigt.

Zugleich erwartet das Klinikum, dass sich viele der 770 Fachkräfte und 220 Schüler, die über Gestellungsverträge vom DRK am UKSH eingesetzt werden, beim Uniklinikum bewerben.

Damit soll eine Angleichung der Tarifverträge erreicht werden. Zugleich erwartet man am UKSH Einsparungen in sechsstelliger Höhe. Die Schwesternschaften sehen diese Annahme durch die Berechnungen der Unternehmensberatung widerlegt.

Eingeflossen sind in die Berechnung folgende Punkte:

Die Personalverwaltung müsste das UKSH nach der Kündigung in Eigenregie vornehmen, was laut Unternehmensberatung zu Personalkosten in Höhe von 300.000 Euro führen wird.

Der erhöhte Arbeitgeberanteil für die Altersvorsorge der betroffenen Mitarbeiter sowie eine hierzu anfallende Pauschalversteuerung schlagen zusammen angeblich mit 345.000 Euro zu Buche.

Dem stehen Einsparungen an Verwaltungskosten, die das UKSH derzeit an die Schwesternschaften zahlt, gegenüber. Diese belaufen sich auf jährlich 391.260 Euro.

Unterm Strich bleiben damit Mehrkosten von 253.000 beim UKSH. Die Schwesternschaften vermuten, das Klinikum habe sich "verrechnet" und warnen davor, durch die Kündigung die Stellung der Pflege insgesamt zu schwächen. (di)

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