Ärzte Zeitung, 23.02.2015

Sturz in Klinik

Wer Hilfe ablehnt, ist selber schuld

KÖLN. Wenn Patienten nach einer Operation auf eigenen Wunsch ohne Hilfe des Pflegepersonals auf die Toilette gehen, ist das Krankenhaus im Falle eines Sturzes nicht haftbar zu machen. So entschied kürzlich das Oberlandesgericht Hamm (Az.: 26 U 13/14).

Eine Seniorin hatte geklagt, die sich nach einer Hüftoperation beim Toilettengang den Arm gebrochen hatte. Sie verlangte Schadenersatz, weil die Operation des Armes fehlerhaft und die Klinik für den Sturz verantwortlich gewesen sei.

Beide Anschuldigungen wies das OLG zurück. Da die Frau eine mögliche Hilfestellung des Pflegepersonals nicht in Anspruch genommen habe, wirke sich der Sturz nicht zulasten des Krankenhauses aus, urteilten die Richter. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »