Ärzte Zeitung, 26.03.2015

Beim Arzt

Lange Wartezeiten nerven Manager

Beim Arzt lange im Wartezimmer sitzen zu müssen, stößt bei Führungskräften auf wenig Verständnis. Wer bei ihnen punkten will, darf ihnen also nicht die Zeit stehlen. Das zeigt eine aktuelle Manager-Befragung.

Von Christoph Winnat

Lange Wartezeiten nerven Manager

Warten, bis der Arzt kommt? Das wird auch von Managern mehrheitlich nicht gerne gesehen.

© Robert Kneschke / fotolia.com

BÜHL. Das Top-Thema der aktuellen gesundheitspolitischen Reformdiskussion treibt offenbar nicht nur Otto Normalvebraucher, sondern auch Führungskräfte um: Lange Aufenthalte in Wartezimmern stoßen auf wenig Verständnis.

Das ist ein Resultat einer aktuellen Manager-Befragung im Auftrag der Max Grundig Privatklinik. Bundesweit wurde dafür mit 1000 Führungskräften gesprochen. Die Erhebung sei nach Branchen, Unternehmensgröße, Alter und Geschlechterverteilung repräsentativ, heißt es.

Wie hoch der Anteil der Privatversicherten unter den Befragten war, wurde jedoch nicht ermittelt.

Durchschnittsnote 2,3

Demnach äußerten sich die Unternehmenslenker zwar überwiegend angetan von ihren bisherigen Arzt- und Klinikkontakten. Durchschnittlich erhielten die Leistungerbringer die Note 2,3 (nach Schulsystem).

Dennoch sieht Andreas Spaetgens, Geschäftsführer der Max Grundig Klinik, noch "erhebliches Differenzierungspotenzial für Ärzte und Kliniken, die sich auf Führungskräfte spezialisiert haben" oder entsprechende Angebote erwägen.

Dabei stehen Wartezeiten ganz vorne: "In unserem Klinikbetrieb stellen wir immer wieder fest, dass geringe oder keine Wartezeiten von den Patienten sehr hoch bewertet werden".

Was durch die Umfrage bestätigt wird. 64 Prozent der Führungskräfte gaben an, in der Vergangenheit bei ambulanten Behandlungen zu lange gewartet zu haben.

Und sogar 79 Prozent bejahten die Antwort-Vorgabe "für mich ist es essenziell, dass ein Arzt oder eine Klinik gut organisiert ist und ich bei einer ambulanten Untersuchung keine Wartezeiten habe".

Zeiteffizienz müssen sich aber auch Kliniken auf die Fahne schreiben, die elaborierte Check-ups anbieten.

Gesundheits-TÜV lieber an zwei halben Tagen

So würden 83 Prozent der Befragten einen ambulanten, auf zwei halbe Tage aufgeteilten Gesundheits-TÜV, der sie weniger von der Arbeit abhält, einem stationären Aufenthalt vorziehen.

Länger als einen Tag dürfte eine solche Untersuchung nicht dauern; so jedenfalls sehen es 81 Prozent der Befragten.

Klassiker des gehobenen Klinikaufenthalts wie die Chefarztbehandlung stehen heute nicht mehr besonders hoch im Kurs: Nur 43 Prozent der Entscheider legen darauf Wert.

Pluspunkte sammeln könnten ambulante und stationäre Versorger bei High Potentials auch mittels guter Erreichbarkeit, ist Spaetgens überzeugt. Zwar ist eine permanent offene, auch digitale Kontaktoption nur einem Viertel der Befragten wichtig.

Doch das ändert sich rasch, weiß Spaetgens, "sobald Patienten an einer schweren Krankheit leiden. Dann ist die gute Erreichbarkeit und Kommunikation auch abends und mittels SMS oder E-Mail mit dem behandelnden Arzt von hoher Bedeutung".

Insbesondere bei psychischen Krisen wünschen sich die meisten Befragten (86 Prozent), sofort Kontakt zu einer Klinik aufnehmen zu können.

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