Ärzte Zeitung, 26.03.2015

Abrechnung

Fachärztin muss verfügbar sein

KASSEL. Krankenhäuser können eine geriatrische Komplexbehandlung nur abrechnen, wenn hierfür "ein geriatrisches Team unter fachärztlicher Behandlungsleitung" verfügbar ist.

Ist die einzige entsprechend qualifizierte Ärztin zeitweise nicht anwesend, muss die Krankenkasse die Leistung nicht voll vergüten, urteilte das Bundessozialgericht.

Es wies damit ein Krankenhaus in Sachsen-Anhalt ab. Für die Behandlung eines 77 Jahre alten Mannes hatte es bei der AOK Sachsen-Anhalt eine geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung nach dem Operationen- und Prozeduren-Schlüssel 8 550.1 abgerechnet.

Die AOK bezahlte statt der angeforderten 5723 Euro nur 3095 Euro. Das Krankenhaus verfüge nur über eine Ärztin mit der Zusatzbezeichnung "Klinische Geriatrie".

Diese sei ohne Vertretung an mehreren Behandlungstagen nicht anwesend gewesen und habe auch an einer der Teambesprechungen nicht teilgenommen.

Das BSG gab der Kasse nun Recht. Der Operationen- und Prozeduren-Schlüssel mache hier Anforderungen über den üblichen Facharztstandard hinaus.

Unter anderem sei eine durchgehende fachärztliche Behandlungsleitung erforderlich. Diese sei hier nicht gewährleistet gewesen. (mwo)

Az.: B 1 KR 4/15 R

Topics
Schlagworte
Klinik-Management (11262)
Recht (12041)
Organisationen
AOK (7065)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »