Ärzte Zeitung, 11.06.2015

Krankenhausreform

Auch Klinikchefs sind mit der Politik unzufrieden

Krankenhausmanager erwarten von Politikern keine wirkliche Hilfe im Alltag.

HANNOVER. Themenwoche Krankenhaus: Am Mittwoch wurde der Gesetzentwurf zur Klinikreform vom Bundekabinett verabschiedet, am Donnerstag der "Krankenhaus Rating Report 2015" in Berlin präsentiert.

Für die unter anderem auf Führungskräftevermittlung im Gesundheitswesen spezialisierte Personalberatung Rochus Mummert Anlass genug, aktuelle Umfragedaten zur Stimmungslage im Klinikmanagement zu veröffentlichen.

Demnach können nur die wenigstens Klinikchefs der Gesundheitspolitik der großen Koalition positive Aspekte abgewinnen: Nur zehn Prozent der Befragten bezeichnen den "Einfluss der Politik auf den Klinikbetrieb" als "eher föderlich".

Die Mehrheit (61 Prozent) hält ihn dagegen für "sehr schädlich" oder "eher schädlich". Welche negativen Auswirkungen damit im Einzelnen von den Klinikleitern assoziiert werden, sei allerdings nicht näher erfragt worden, erklärte ein Unternehmenssprecher.

30 Prozent der Befragten bezeichnen den Einfluss der Politik auf den Klinikalltag immerhin als "neutral", vulgo wirkungslos.

Die Studie "Die größten Herausforderungen für das Klinikmanagement" wurde vom Marktforschungsinstitut Forsa im Herbst vergangenen Jahres durchgeführt; teilgenommen haben den Angaben zufolge 100 Geschäftsführer und Direktoren deutscher Kliniken.

Wissen wollte Forsa auch, wo die Kliniken der Schuh am meisten drückt. Wenig überraschend: Beim Geld. Jeder zweite Klinikrepräsentant beklagt "fehlende finanzielle Mittel". Zu geringe Bettenauslastung geben 13 Prozent als gravierendstes Manko ihres Hauses an und elf Prozent nennen die "geringe Personaldecke".

Allerdings weist das Sorgenprofil je nach Träger deutliche Unterschiede auf. Während nur 30 Prozent der Manager privater Häuser mit schwachen Finanzen zu kämpfen haben, sind es unter den freigemeinnützigen Trägern stolze 71 Prozent.

Genau umgekehrt sieht es hinsichtlich der Fallzahlen aus. Nur vier Prozent der Freigemeinnützigen sehen ihre Häuser zu gering ausgelastet - unter den Privaten sind es 18 Prozent. (cw)

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