Ärzte Zeitung online, 03.11.2015

Statistisches Bundesamt

So viel kostet die Krankenhausversorgung

Das Statistische Bundesamt hat heute aktuelle Zahlen zur Krankenhausversorgung im Jahr 2014 vorgelegt.

WIESBADEN. Die Kosten der stationären Krankenhausversorgung betrugen im Jahr 2014 rund 81,2 Milliarden Euro.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden weiter mitteilt, waren das 4,1 Prozent mehr als im Jahr 2013. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Umgerechnet auf rund 19,1 Millionen Patientinnen und Patienten, die 2014 vollstationär im Krankenhaus behandelt wurden, lagen die stationären Krankenhauskosten demnach je Fall bei durchschnittlich 4239 Euro (2,1 mehr als im Jahr zuvor).

Die Gesamtkosten der Krankenhäuser beliefen sich laut Destatis auf 93,7 Milliarden Euro (2013: 90,0 Milliarden Euro). (eb)

[04.11.2015, 22:18:23]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Notwendige Ergänzungen!
Wenn die Kosten der stationären Krankenhausversorgung sich im Jahr 2014 auf rund 81,2 Milliarden Euro summieren, lohnt ein Blick auf die Ausgaben-Verteilung. Denn der größte Posten entfällt auf das Personal, mit den am deutlichsten gestiegenen Kosten im Vergleich zum Vorjahr: Ein Plus von 4,3% bedeutet Ausgaben-Steigerungen für das Klinikpersonal von knapp 54 Milliarden im Jahr 2013 auf über 56 Milliarden Euro im letzten Jahr.

Die zahlenmäßige Entwicklung des ärztlichen Personals in Krankenhäusern über die letzten 23 Jahre bedeutet eine kontinuierliche Steigerung der Personaldecke von 109.000 im Jahr 1991 auf nunmehr fast 170.000 im Jahr 2014 bei massiver Interessenvertretung durch den Marburger Bund (mb). Eine Personalentwicklung, wie sie im Niedergelassenen Bereich mit zunehmenden MVZ's, Job-Sharing oder Zentralisierung/Rationalisierung bei gleichzeitiger Mehrfach-Belastung und Inanspruchnahme bzw. gedeckelter Gesamtvergütung nur mit z. T. heftigen Einkommensverlusten erkauft wurde.

Die Behauptung, eine oft herbeizitierte Apparatemedizin wäre allein verantwortlich für die Verteuerungen, kann so nicht stehen bleiben. Aber wenn Destatis Daten zum Kostenanstieg bei den stationären Behandlungen publiziert, die behaupten, Ärzte und Pflege kosteten in den betriebswirtschaftlichen Klinik-Kalkulationen am meisten, ist das nur die halbe Wahrheit: Die Gewinnerwartungen der Eigentümer, Anteilseigner und Aktionäre privatwirtschaftlicher Klinik-Ketten werden dabei volkswirtschaftlich vernachlässigt. Der medizinisch-industrielle Komplex trägt mit seinen Vorstellungen von Rentabilität und Profitabilität ganz erheblich zu zusätzlichen Kostensteigerung bei.

Mf+kG , Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[03.11.2015, 18:40:17]
Dr. Claus Kühnert 
Kosten für KH-Behandlungen etc.

Es ist bereits überfällig endlich einmal konkret über die "Einzelkosten" in der medizinischen Versorgung zu publizieren.
Die Patienten orientieren sich wie eh und je beim Medikament an den ausgepreisten Kosten, nach dem Motto "je teurer um so besser". Früher (vor der Wiedervereinigung) galt in der DDR die Vorstellung, ein Westpräparat ist auf jeden Fall besser.
Warum teilen wir den Patienten nicht endlich auch einmal Kosten über "die Dinge des medizinischen Alltags mit". D.h. z.B. was kostet im Durchschnitt ein KH-Bett/Tag in der Klinik, in der medizin. Reha. und in der Langzeitsuchttherapie. Was kostet tägl. eine Suchtentgiftung für Alkoholkranke (im Durchschnitt für 7-10 Tage. Was kostet eine normale
Thorax-Rö.-Aufnahme (Lunge),eine Rö.-Aufnahme Hand oder Fuß (in 2 Ebenen), 1 CT, 1 MRT, Labordiagnostik etc. p.p.
Da würden vielen Patienten die "Lichter" aufgehen, um zu begreifen, wie teuer die Apparatemedizin ist. Andererseits sollte man endlich "auf höchster Ebene" begreifen, dass das Erheben eine Krankenvorgeschichte das A und O zur Erstellung einer Diagnose und eines Behandlungskon-zeptes ist. Dies muss demgemäß entsprechen viel höher bewertet und vergütet werden, um teure und häufig unnötige Apparatemedizin zu vermeiden. Letztlich und insbesondere muss explizit die studentische Ausbildung verbessert und am Patienten/Krankenbett orientieren!
Erst dann können wir wieder von ärztlicher patientennaher Behandlung sprechen und der Patient fühlt sich als Mensch und nicht nur als Unter-suchungsobjekt akzeptiert und respektiert.
MfG dokuet




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