Ärzte Zeitung, 23.11.2015

Transplantationen

Manipulationen an weiteren Kliniken

Nun werden auch Kliniken in Köln und Jena verdächtigt, bei der Organvergabe manipuliert zu haben.

KÖLN. Der Kreis der Unikliniken, bei denen es in der Vergangenheit zu Manipulationen bei den Wartelisten für Spenderorgane bei Herztransplantationen gekommen ist, hat sich erweitert.

Die Kliniken in Köln und Jena haben einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigt, dass auch bei ihnen in der Vergangenheit nicht alles sauber gelaufen ist.

Der Bericht basiert auf den Ermittlungen der zuständigen Prüfungs- und Überwachungskommission von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband.

In Köln waren demnach im Zeitraum Anfang 2010 bis Mitte 2011 in sechs Fällen die Daten von schwerstkranken Patienten so manipuliert worden, dass sie auf der Warteliste für eine Herztransplantation nach oben gerutscht sind. Insgesamt gab es in der Zeit 15 Herztransplantationen an dem Haus.

Offenbar keine persönliche Bereicherung

Nach Angaben der Kölner Uniklinik sind die verantwortlichen Ärzte nicht mehr dort beschäftigt, in keinem der Fälle soll es aber eine persönliche Bereicherung gegeben haben.

Sie weist darauf hin, dass die Kontrollen bei Transplantationen inzwischen verbessert wurden und ein vergleichbares Fehlverhalten von Mitarbeitern nicht mehr möglich ist.

In Jena sind offensichtlich 17 von 31 Herztransplantationen betroffen. Außerdem haben Ärzte demnach bei zehn Lungentransplantationen falsche Daten an Eurotransplant geschickt.

Beide Unikliniken haben wegen der Vorfälle Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Bereits früher waren Verstöße gegen die Transplantationsrichtlinien durch das Deutsche Herzzentrum Berlin und die Uniklinik Heidelberg bekannt geworden und von den Häusern auch bestätigt worden.

Das Klinikum Großhadern in München, das ebenfalls ins Visier der Prüfer geraten ist, weist den Vorwurf der Manipulationen bei Herztransplantationen dagegen zurück. Details gibt die Prüfungs- und Überwachungskommission in ihrem Jahresbericht. (iss)

[25.11.2015, 11:18:01]
Dr. Henning Fischer 
noch einmal @ Heidemarie Heubach:
würden Sie ein Spenderorgan annehmen?

und was würden Sie denken, wenn Sie wegen eines fehlenden Spenderorgans sterben müssen? Oder Ihr Kind?

Diese meine Frage haben Sie bisher nicht beantwortet
 zum Beitrag »
[24.11.2015, 15:33:01]
Heidemarie Heubach 
Das Tor der Begierde steht weit offen !
Aufgestoßen wurde es dereinst vom deutschen Neurologen Wilhelm Tönnis, der als erster die Definitione "zerebraler Tod" prägte, aber nach Forschungen der Medizinhistorikerin Anna Bergmann in die Machenschaften der NS-Medizin involviert war. Der ökonomische Druck auf die Kliniken verschärft die Begierden, an diesem weltweit zweitgrößten Geschäft (nach der Rüstung!) einen Teil abzubekommen. Und das alles ohne Rücksicht auf z.B. fehlende Schmerzsensibilitätsforschungen bei sogenannten, prognostizierten "Hirntoten" oder gar das Transplantationsgesetz, welches "umfassende Aufklärung potentieller Spender oder deren Angehöriger" fordert - wozu meineserachtens unbedingt die ehrliche Schilderung des leibhaftige Zustand des (evtl. irreversibel?) Sterbenden gehört.
Wen wundert`s da noch, daß die Spenderzahlen zurückgehen ??? zum Beitrag »

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