Ärzte Zeitung, 22.09.2016

Digitalisierung

Berlin schärft Profil in der Forschung

Berlin rüstet in puncto Digitalisierung und Medizinforschung auf und etabliert zwei neue Einstein Center.

BERLIN. Berlin will sich in der Forschungslandschaft auf dem Gebiet der Digitalisierung profilieren. Dazu entsteht demnächst unter Beteiligung der Berliner Uniklinik Charité das Einstein Center Digital Future. Das interdisziplinäre und einrichtungsübergreifende Zentrum will Nachwuchsforscher in großem Stil fördern.

Geplant sind 50 neue Professuren. Das Zentrum konzentriert sich nicht allein auf Digitale Gesundheit, sondern widmet sich in Zusammenarbeit mit den vier Berliner Universitäten und einer Hochschule auch den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten der Digitalisierung.

Auch Gastprofessur ausgeschrieben

Die Finanzierung wird durch eine Public Private Partnership gesichert, an der nach Angaben der Technischen Universität 20 Industrieunternehmen, zwei Bundesministerien, acht außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und das Land Berlin mitwirken.

"Gesundheitsforschung und Krankenversorgung haben durch die Digitalisierung eine enorme Entwicklung erfahren. Das Einstein Center ermöglicht es nun, diese Gebiete gemeinsam mit Experten aus unterschiedlichsten Disziplinen zu fördern und die Spitzenpositionen Berlins als Wissenschaftsstandort auszubauen", so Charité-Chef Professor Karl Max Einhäupl.

Neben Juniorprofessuren mit einer Laufzeit von sechs Jahren werden laut Charité auch W2/W3-Professuren und eine Gastprofessur ausgeschrieben, drei davon in Kooperation mit dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH - Berlin Institute of Health).

Der Sprung nach vorne

"Mit dem Einstein Center Digital Future wird die Digitalisierung in der Medizin in Berlin einen gewaltigen Sprung nach vorne machen", so der BIH-Vorsitzende Professor Erwin Böttinger überzeugt. Das BIH betreibt bereits eine Forschungsplattform Digitale Medizin, mit der eine integrierte Dateninfrastruktur von Gesundheits- und Forschungsdaten aufgebaut werden soll.

Zentrale Arbeitsbereiche dabei sind den Angaben zufolge Datenschutzrechte, digitale Lösungen für Patienteninteraktion und -beteiligung, mobile Anwendungen und Gesundheitsapplikationen.Einstein-Zentren sind ein Förderformat, das die Berliner Universitäten und die Charité beim Wettbewerb um zusätzliche Drittmittel unterstützen soll. Zu diesem Zweck wurde die Einstein Stiftung Berlin 2009 vom Land Berlin gegründet.

Unterstützung für junge Wissenschaftler

Ein weiteres neues Einsteinzentrum unter Beteiligung der Charité widmet sich den Regenerativen Therapien. Es soll die Grundlagenforschung im Bereich der Stammzellforschung stärken.

Ziel ist es, mögliche Ursachen der veränderten Heilungsprozesse zu verstehen, um dann gezielt Therapien zu entwickeln. Dazu werden zunächst junge Wissenschaftler dabei unterstützt, Forschungsideen zu entwickeln und neue Konzepte auszuarbeiten, die die Versorgung von Patienten mit eingeschränkten körpereigenen Heilungsprozessen verbessern. Anschließend entscheidet ein Wettbewerb, welche Ansätze weiter gefördert werden. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

KBV-Chef Gassen bleibt, Feldmann geht

Vorauseilender Gehorsam? Nein danke! Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beschließt eine neue Satzung und zielt damit auf Minister Gröhes KBV-Gesetz. mehr »

Warum strampeln wirklich das Herz schützt

Eine Studie ergibt: Wer regelmäßig mit dem Fahrrad statt mit dem Auto oder Bus zur Arbeit fährt, senkt sein kardiovaskuläres Risiko. Doch die Forscher fanden auch Ungereimheiten. mehr »

Schaden Eltern damit ihren Kindern?

Was geht in den Köpfen von Kindern vor, wenn sie erfahren, dass der Weihnachtsmann nicht existiert? Forscher sind sich uneinig: Ist der Mythos gut oder schlecht für die kindliche Entwicklung? mehr »