Ärzte Zeitung online, 17.03.2017

Notdienst Hessen

Ärztepräsident fordert mehr Gemeinsamkeit

FRANKFURT/MAIN. Im Streit um die Notfallversorgung in Hessen fordert der Präsident der Landesärztekammer, Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, "verbesserte Patienteninformationen über Versorgung und Versorgungsstrukturen in sprechstundenfreien Zeiten". Niedergelassene und Klinikärzte könnten die "Herausforderungen der ambulanten Notfallversorgung nur gemeinsam und durch sinnvolle Angebote lösen", so der Kammerpräsident in einer Stellungnahme am Donnerstag. Menschen mit akuten Gesundheitsproblemen dürften "nicht von einer Stelle zur nächsten geschickt werden". Wende sich ein Patient an die Notfallaufnahme einer Klinik oder an eine ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale müsse ihm dort gleichermaßen "zielgerichtet geholfen werden".

In Hessen sind sich KV und Klinikärzte uneins über die Notdienst-Honorierung (wir berichteten). Die KV prüft seit geraumer Zeit Klinikrechnungen genauer und streicht solche Leistungsanforderungen, die offenkundig der regulären ambulanten Versorgung zuzuordnen wären. Die KV wirft den Kliniken Leistungsausweitung zulasten der Niedergelassenen vor. Die Klinikseite kontert, die Notfallambulanzen seien überlastet, weil die KV ihrem Sicherstellungsauftrag in Sachen ambulanter Bereitschaft nicht nachkomme.

Anfang April wollen KV und Landeskrankenhausgesellschaft bei einem Termin im hessischen Sozialministerium ausloten, wie der Zwist beizulegen sei. Die KV konzedierte zuletzt, "dass wir mehr Steuerung brauchen". Es gelte, "Informationsdefizite über die richtige Versorgungsebene in der ambulanten Behandlung" abzubauen. In den kommenden Wochen wolle man eine Informationskampagne starten und die Rufnummer der KV-Bereitschaft (116.117) offensiv bewerben. (cw)

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