Ärzte Zeitung online, 28.01.2014

Diagnostika

Getrübte Aussichten für IVD-Hersteller

BERLIN. Der deutsche Markt für In-vitro-Diagnostika (IVD) ist im Jahr 2013 um 0,7 Prozent auf insgesamt 2,126 Milliarden Euro leicht zurückgegangen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis auf Basis der ersten drei Quartale kommt der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH), der die Hersteller von Labordiagnostik und Patientenselbsttests vertritt.

Europaweit erwirtschaftete die Diagnostika-Industrie laut VDGH im Jahr 2012 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro. Deutschland sei mit einem Fünftel des Gesamtumsatzes der größte Markt in Europa, wobei der Kontinent mittlerweile ein deutlich geteiltes Bild zeige.

Während lediglich die kleineren Märkte in den skandinavischen Ländern noch wüchsen und Großbritannien, Frankreich sowie Deutschland stagnierten, sei die Marktdynamik in allen südeuropäischen Märkten weiter rückläufig.

Die vorläufigen Zahlen für 2013 ließen darauf schließen, dass das Marktwachstum der europäischen IVD-Industrie das zweite Jahr in Folge deutlich im Minus liegen werde. Das ist das Ergebnis der VDGH Mitgliederbefragung, bei der 70 Prozent der Teilnahmeberechtigten mitgemacht hätten.

"Die VDGH-Mitgliederbefragung zeigt, dass das IVD-Branchenbarometer für 2014 leicht nach oben ausschlägt. Die in Deutschland tätigen Unternehmen schauen mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft", sagte der VDGH-Vorstandsvorsitzende Matthias Borst jüngst in Berlin anlässlich der Jahrespressekonferenz des VDGH.

So gingen mehr als 40 Prozent der Firmen von einer Verbesserung der Situation aus, etwa gleich viele rechneten zumindest mit einer unveränderten wirtschaftlichen Lage. Bei der Umsatzentwicklung erwarteten sogar zwei Drittel der Unternehmen einen Zuwachs.

Aber: Der Anteil der Firmen, die für sich einen rückläufigen Inlandsumsatz prognostizieren, habe sich im Vergleich zum Vorjahr auf fast 25 Prozent verdoppelt.

Die Innovationskraft der IVD-Branche wird laut VDGH durch die Befragungsergebnisse untermauert: Fast die Hälfte der Unternehmen (47,7 Prozent) würden ihre Forschungsinvestitionen erhöhen, 43 Prozent wollten das Volumen unverändert beibehalten. "Die IVD-Branche ist nach wie vor eine der innovativsten in Deutschland", sagte Borst.

Dies zeigten auch die Entwicklungen in der Personalisierten Medizin. Hier hätten Labortests eine Schlüsselfunktion, denn sie könnten durch Analyse genetischer Eigenschaften eines Patienten vorhersagen, ob eine bestimmte Arzneimitteltherapie individuell wirksam und verträglich ist.

Mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen (27,7 Prozent) hätten angegeben, dass sie inzwischen Umsätze mit entsprechenden Tests erzielen. "Dies ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr", erklärte Borst. (maw)

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