Ärzte Zeitung App, 14.08.2014

Regenerative Medizin

Standort Leipzig aufgewertet

Eine wissenschaftliche Kooperation soll den Stellenwert Leipzigs bei der Regenerativen Medizin stärken.

LEIPZIG. Der Forschungsschwerpunkt Regenerative Medizin in Leipzig soll weiter ausgebaut werden. Im Beisein von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich unterzeichneten Vertreter der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur HTWK Leipzig, diese Woche die Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit der Fachgruppe "Zell-funktionale Bildanalyse" des ebenfalls in Leipzig ansässigen Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI).

"Die angewandte Biotechnologie und die Medizintechnik zählen weit über den Freistaat Sachsen hinaus zu den Forschungs- und Unternehmensbereichen der Zukunft. Die Bündelung von Kompetenzen und die Förderung nachhaltigen Forschungs-Know-hows über Landesgrenzen hinaus ist wichtig, wenn wir weltweit ganz vorn mit dabei sein wollen", verdeutlichte Tillich. Nun sei hierfür das Fundament gelegt.

"Wissenschaftler der Region werden gemeinsam an den Innovationen von morgen forschen. Davon werden nicht nur die Wirtschaft, sondern insbesondere die Menschen profitieren", so Tillich weiter.

Die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren exzellenten Kompetenzen in Lehre, Anwendung und Forschung sei dabei ein ausgezeichneter Partner der Universitäten, Hochschulen und der Region insgesamt.

"Der Freistaat Sachsen kann nunmehr seine Position unter den Top 5-Biotechnologie-Regionen in Deutschland weiter ausbauen und sich noch besser international etablieren", erhofft sich der Landesvater von der Zusammenarbeit.

Ein wichtiger Baustein der Regenerativen Medizin ist laut Fraunhofer IZI die präzise Beschreibung des aktuellen Funktionszustands von Zellen und Gewebe. Hierbei helfen exakte Bildanalysen.

Unter der Leitung von Professor Ulf-Dietrich Braumann, Lehrstuhl Biotronische Systeme an der HTWK, erarbeiteten die Experten neue Untersuchungsverfahren für viele verschiedene Gewebetypen. Bei diesen Bildanalysen müssten die Zellen dann nicht mehr wie bisher zerstört werden.

Die Vorteile für beide Partner lägen auf der Hand: Am Fraunhofer IZI würden mit dem Vorhaben die Kompetenzen in der medizinisch-diagnostischen Bildgebung ausgebaut.

Und die HTWK Leipzig vertiefe damit den Bereich bildgebender Verfahren als strategisches Lehr- und Forschungsfeld. Studierende der Professur für Biotronische Systeme der HTWK würden so früh an aktuelle international kompetitive Forschung herangeführt.

Im Herbst soll die Kooperation starten. Fraunhofer stellt dafür in den nächsten fünf Jahren 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. (maw)

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