Ärzte Zeitung, 14.04.2015

Medizintechnik

Netzwerken für die Innovationen von morgen

Im Rahmen des EU-geförderten Projektes "Netzwerk Medizintechnik" hat sich die Hochschule Landshut in den Dienst der modernen Medizintechnik gestellt. Sie hat Forscher und innovative Healthcare-Unternehmen zusammengebracht.

Von Matthias Wallenfels

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Auf der Suche nach den richtigen Kontakten für pfiffige Medizintechniklösungen der Zukunft.

© freshidea / fotolia.com

LANDSHUT. Mittels europäischer Fördermittel auf die eigenen Füße kommen und dann selbst am Markt überleben - unter diesem Motto stand das Projekt Netzwerk Medizintechnik an der Hochschule Landshut.

Die Bilanz des Netzwerkes Medizintechnik kann sich laut Hochschule sehen lassen: Nach knapp drei Jahren Laufzeit gehörten dem Netzwerk 55 Mitglieder aus der Region an, Unternehmen ebenso wie Kliniken. Zusätzlich seien weitere Partner aus dem wissenschaftlichen, klinischen, sozialen und politischen Umfeld dem Netzwerk und seinen vielfältigen Aktivitäten verbunden.

Der Aufbau und die Aktivitäten des Netzwerkes Medizintechnik seien von März 2012 bis Dezember 2014 durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und von Stadt und Landkreis Landshut, Sparkasse Landshut sowie dem Bezirk Niederbayern finanziell unterstützt worden.

Fachkräfterekrutierung und mehr

Auch nach Ablauf der Förderung werde das Netzwerk Medizintechnik den Partnern vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bieten, versichert die Hochschule.

Das konkretisiere sich beispielsweise in der regional gezielten Fachkräfteansiedlung über die MINT-Studiengänge der Hochschule Landshut und in einer lösungsorientierten Zusammenarbeit unter fachlicher Beratung durch Wissenschaftler sowie schließlich in der Nutzung hochwertiger technischer Laboreinrichtungen.

In Verbundprojekten von Unternehmen und Hochschule könnten zusätzliche Fördermöglichkeiten erschlossen werden und dabei eine optimale Vernetzung zu Forschern und Entwicklern an der Hochschule erfolgen.

"Ziel des Projektes Netzwerk Medizintechnik war es, Unternehmen aus der Region Niederbayern von Seiten der Hochschule Landshut dabei zu unterstützen, in der Zukunftsbranche Medizintechnik Fuß zu fassen. Und genau dafür konnten wir einiges anstoßen", erläutert Hochschulpräsident Professor Karl Stoffel.

Das Projekt habe sich vor allem an kleinere Unternehmen gewandt, die sich für den Wachstumsmarkt Gesundheit und Medizin als zweites Standbein interessierten.

Breites Themenspektrum

Insgesamt blicken die Projektverantwortlichen, Hoschschul-Vizepräsident Professor Holger Timinger (Wissenschaftlicher Leiter) und Caroline Eberl (Netzwerkmanagement), auf 68 Veranstaltungen zurück: Arbeitskreissitzungen, Forschungsgruppentreffen und Workshops aus den Themenfeldern Werkstoffe in der Medizintechnik, Medizinische Informatik, Krankenhauslogistik, Point of Care Diagnostik und Ambient Assisted Living.

Im Rahmen der Projektlaufzeit seien Forschungsgruppen zu den Themen Datenvernetzung im Krankenhaus, Sensorik zur Vitaldatenerfassung, Drahtlose Datenkommunikation in der Luftrettung, Pflegeinnovationen, Materialdiagnose in der Medizintechnik sowie Virtualisierung der Qualifizierungsmaßnahmen in der Medizintechnik etabliert worden.

Das Netzwerkmanagement habe die beteiligten Firmen in ihrer Absicht zur gemeinsamen Entwicklung von möglichen Projekten, bei der Ausarbeitung von Forschungsskizzen und der Suche nach Fördermöglichkeiten unterstützt.

"Durch seine Nähe zur angewandten Forschung eignet sich die Hochschule Landshut besonders als Träger von im Rahmen solcher Open Innovation Plattformen entstandenen Forschungsprojekten", erklärt Timinger.

Die beteiligten Unternehmen hätten am "Netzwerken" unter anderem eine leicht zu nutzende Organisation sowie den Kontakt zu den im Netzwerk verbundenen Firmen und Anwendern in Kliniken geschätzt.

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