Ärzte Zeitung, 23.07.2015

Sachsen

Medizintechnik gibt Wachstumsimpulse

Das Internet der Dinge wird Sachsens MedTech-Branche beflügeln, so der Konsens des Silicon Saxony Day.

DRESDEN. Immer stärker ist das "Internet der Dinge und Dienste" und die Verschmelzung von realer und digitaler Welt die Basis für den technologischen Fortschritt. Intelligente vernetzte Fabriksteuerung, Smart City, Lösungen für Energiespeichersysteme und Medizintechnik kommen nicht mehr ohne moderne Mikro- und Nanoelektronik aus: Eine enorme Menge von Sensoren und Chips ermöglichen, dass sich Industrieprozesse bis hin zur völligen Selbstregulierung effizient automatisieren, Ströme im Straßenverkehr erfassen und optimieren lassen.

Auch im Gesundheitssektor spielt Mikroelektronik eine entscheidende Rolle: Nur mit der passenden Hard- und Software lassen sich zum Beispiel Bio- und Vitaldaten vom Patienten-Smartphone an Ärzte übermitteln. Diesen Konsens erzielten die Teilnehmer des 10. Silicon Saxony Day vor Kurzem in Dresden.

Bei dem Treffen der Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft unter dem Motto "Intelligent.Digital.Vernetzt" kamen durchaus auch Defizite bei den Rahmenbedingungen für zum Beispiel Medizintechnik- oder Pharma-Start-ups auf die Agenda.

"Die Gründungsregion Sachsen im Allgemeinen und Dresden im Besonderen haben noch einige Herausforderungen zu meistern.

Einer exzellenten Forschungslandschaft in den MINT-Bereichen steht ein starkes und noch nicht gehobenes Potenzial an erfolgreichen Start-ups und Spin-offs gegenüber", konstatierte etwa Bettina Voßberg, Vorstand des Start-up-Netzwerks Hightech-Startbahn.

"Vor allem fehlt es an einer systemischen Unterstützung von Hightech-Gründungen in der Nachgründungsphase", konkretisierte Voßberg. Das betreffe sowohl die operative Unterstützung beim Unternehmensaufbau als auch die Verfügbarkeit privaten Wagniskapitals durch Business Angels und Beteiligungsgesellschaften.

Andere Standorte - auch in Deutschland - zeigten, dass diese Faktoren essenziell für ein funktionierendes Transfer-Ökosystem und damit für den systematischen Aufbau erfolgreicher Technologieunternehmen seien, so Voßberg weiter.

"Hier im Silicon Saxony werden die Grundlagen für Sachsen als vernetzte digitalisierte Wirtschaftsregion gelegt", hob Heinz Martin Esser, Vorstand des Silicon Saxony e. V., hervor.

Ein Trendthema der diesjährigen Zusammenkunft ist laut Veranstalter speziell die Medizintechnik und deren Potenzial im Hinblick auf das Internet der Dinge, das die Industrie durch Vollvernetzung und Automatisierung tiefgreifend verändere und neue Wachstumsimpulse setze. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »