Ärzte Zeitung, 18.12.2015

Österreich

Life Science bringt Wirtschaft voran

Die Lebenswissenschaften sind einer der am schnellsten wachsenden Wirtschaftssektoren in der Alpenrepublik.

Von Matthias Wallenfels

WIEN. Die rote (medizinische) Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik entpuppen sich in Österreich als wirtschaftliche Zugpferde. Binnen zweier Jahre ist die Life-Science-Branche rasant gewachsen.

Allein die Zahl der Unternehmen ist von 723 im Jahr 2012 auf 823 im vergangenen Jahr gesteigen.

Das geht aus dem aktuell veröffentlichten "Life Science Report Austria 2015" hervor, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Die Zahl der Beschäftigten in der Branche habe von 50.180 auf 51.660 zugenommen. Der Umsatz sei von 17,73 Milliarden Euro auf 19,11 Milliarden Euro gestiegen.

Ein Blick in die Branchenstruktur zeigt, dass der Medizintechniksektor zwar mit 487 Unternehmen zahlenmäßig stärker ist als das zweite Hauptstandbein Biotechnologie und Pharma mit seinen 336 Unternehmen.

Letztere verzeichneten 2014 aber einen Umsatz in Höhe von 11,65 Millionen Euro und ließen dabei die Medizintechnikanbieter weit hinter sich, die nur auf 7,46 Millionen Euro kamen.

Wie aus dem Report weiter hervorgeht, arbeiten rund 20.000 Menschen mit Bezug zu den Lebenswissenschaften an 16 Universitäten, 14 Fachhochschulen und 25 außeruniversitären Forschungsinstituten.

2014 seien rund 59 000 Studenten an Hochschulen in Österreich eingeschrieben gewesen.

Österreich versteht sich vor allem in der Biotechnologie als guter Nährboden für Start-ups. Von den 116 medizinischen und anderen Biotech-Unternehmen, die der Bericht für 2014 verzeichnet, seien 21 Neuzugänge, die erst 2013 oder 2014 gegründet wurden.

Im Schnitt weise ein österreichisches Biotech-Unternehmen ein Alter von acht Jahren auf. Nur 15 Firmen des Sektors seien vor dem Jahr 2000 gegründet worden.

Die Unternehmen sind - zumindest personell - meist sehr schlank aufgestellt. So verfügten 61,2 Prozent über eine Belegschaft von maximal neun Personen, bei 32,8 Prozent seien jeweils zwischen zehn und 49 Menschen beschäftigt.

Mit 66,4 Prozent arbeiteten zwei Drittel der österreichischen Biotechnologieunternehmen im medizinischen Bereich. Im vergangenen Jahr hatten die 77 medizinischen Biotech-Firmen des Landes insgesamt 98 Wirkstoffe in der präklinischen Entwicklung oder in einer der drei Phasen.

65 davon seien biopharmazeutische Moleküle gewesen, der Rest kleine Moleküle. Zwei biopharmazeutische Wirkstoffe hätten die Phase 3 der klinischen Studien erreicht.

Bei der Forschung dominierten bei den Unternehmen mit 35,1 Prozent Wirkstoffe infektiöser oder parasitärer Erkrankungen.

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