Ärzte Zeitung, 02.02.2016

Prävention

MedTech soll Mamma-Ca früh aufspüren

TOKIO. Superdünne, biegsame Sensoren könnten die Brustkrebsfrüherkennung revolutionieren: Teams unter Takao Someya von der Universität Tokio und Zhigang Suo von der Universität Harvard entwickelten ultradünne, flexible Sensoren. Diese sollen durch die Applikation auf speziellen Handschuhen helfen können, Knoten in der Brust zu entdecken. Außerdem zeichnen sie die Untersuchung digital auf.

Die Sensoren sind gerade 0,034 Millimeter dünn. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von zwischen 0,04 und 0,1 Millimetern. Die Folie, auf der die Sensoren auf einer Fläche von knapp fünf mal fünf Zentimetern aufgebracht sind, soll sogar dann noch den Druck akkurat messen können, wenn sie wie ein Stück Stoff verdreht wird - eine weltweit bisher einmalige Entwicklung, sagen die Wissenschaftler.

Sie testeten die Folie an künstlichen Blutgefäßen. Diese habe erfolgreich kleine Druckveränderungen sowie die Ausbreitungsgeschwindigkeit erkannt, sagte Sungwon Lee, ein führender Forscher in Someyas Team, in einer Erklärung vorab. Die Studie wird im britischen Wissenschaftsmagazin Nature Nanotechnology vorgestellt.

"In der Zukunft wäre es uns möglich, bestimmte Gefühle aufzuzeichnen und greifbar zu machen, die sonst nur von einem erfahrenen Arzt empfunden werden können", sagte Someya gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

In Deutschland werden zur sensitiveren Brustkrebsvorsorge unter anderem blinde Tasterinnen eingesetzt, die ein besseres Tastgefühl haben als Sehende. (bso)

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