Ärzte Zeitung, 25.07.2012

Potsdam: Gesundheitspark mit Rundum-Versorgung

In Brandenburg soll es bald einen großen regionalen Gesundheitsanbieter mehr geben. Der Startschuss dafür ist jetzt in Potsdam gefallen. Das Ziel des Gesundheitszentrums: sektorübergreifende Kooperation.

Von Angela Mißlbeck

Potsdamer Gesundheitspark setzt auf vernetzte Versorgung

Vernetzte Spezialisten - auf dieses Konzept setzt der neue Gesundheitspark am Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam.

© [M] Stefan Rajewski / fotolia.com | ill

POTSDAM. In Potsdam hat vor Kurzem ein sektorübergreifendes Gesundheitszentrum offiziell eröffnet.

Nach der Fertigstellung der fünfjährigen Bauarbeiten am Ernst von Bergmann-Klinikum startete auch der gleichnamige "Gesundheitspark" rund um das zweitgrößte Krankenhaus im Land Brandenburg.

Der interdisziplinäre Ansatz ist nicht allein auf die ärztliche Versorgung beschränkt, sondern umfasst auch Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Dienstleister wie zum Beispiel ein Sanitätshaus.

Ein Schwerpunkt ist die Prävention. Im Zentrum für Prävention werden Gesundheits-Check-ups für Manager, Sportler oder kardiologisch vorbelastete Patienten angeboten.

Eng damit verknüpft ist die ambulante Reha durch einen Reha-Dienstleister, der im Präventionszentrum eingemietet ist.

Die medizinische Bandbreite reicht von der Allgemeinmedizin über diverse Subspezialitäten klinischer Fächer bis hin zur Zahnmedizin. Auch eine psychiatrische Tagesklinik gehört zum Klinikum, das 1083 Betten in 25 Fachbereichen umfasst und mehr als 2400 Mitarbeiter beschäftigt.

Auf dem Gelände des Gesundheitsparks haben bisher ein Zahnarzt und ein Rheumatologe Praxen gemietet. "Wir sind offen für weitere Ärzte, die sich hier ansiedeln wollen und unser Spektrum ergänzen", erläutert die Sprecherin des Ernst von Bergmann-Klinikums Damara Hunsmann der "Ärzte Zeitung".

Zum Gesundheitspark gehört ein MVZ des Klinikums, das bereits zu DDR-Zeiten als ambulante Poliklinik bestand. Darin sind 17 ärztliche Fachrichtungen vertreten. Weitere niedergelassene Ärzte können sich dort einmieten.

Die Patientenversorgung ist in Organzentren organisiert, die andere Gesundheitsberufe und Dienstleister einbeziehen. Hunsmann verweist beispielhaft auf das Gelenkzentrum.

Förderung aus dem Konjunkturpaket

Dies arbeitet im Bereich der Handchirurgie nicht nur mit der Physiotherapie, sondern auch mit dem Sanitätshaus zusammen. "Da kommt die Dienstleistung zum Patienten. Das kommt sehr gut an", sagt die Kliniksprecherin.

Demnächst soll ein Lymphzentrum an den Start gehen. Weitere sektorübergreifende Zentren, zum Beispiel für Knie- und Hüftprobleme, sind geplant.

"Mit der Errichtung des Gesundheitsparks Ernst von Bergmann haben wir ein medizinisches Kompetenz-Zentrum geschaffen, das unsere Leistungsfähigkeit in allen Bereichen verbessert und modernen Ansprüchen bei der Behandlung und Pflege von Patienten gerecht wird", so Steffen Grebner, Geschäftsführer des Klinikums Ernst von Bergmann, bei der Eröffnung des Gesundheitsparks.

Er sieht das kommunale Klinikum damit für den Wettbewerb gerüstet und kündigte an, dass es sich in den nächsten Jahren vom lokalen zum regionalen Gesundheitsanbieter entwickeln will.

Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) würdigte die Bedeutung des Klinikums für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und zeigte sich froh darüber, dass die Stadt das Krankenhaus vor sieben Jahren nicht verkauft hat.

"Die im Jahr 2005 getroffene Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, das Klinikum in kommunaler Trägerschaft zu behalten, war rückblickend die Richtige", so Jakobs. Seitdem hat das Land mehrere Millionen Euro in die Modernisierung des Krankenhauses investiert.

Rund zehn Millionen Euro flossen aus dem Konjunkturpaket II. Insgesamt hat das Klinikum Ernst von Bergmann von 1991 bis 2011 aus der Krankenhausförderung des Landes laut Gesundheitsministerium 176 Millionen Euro erhalten.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) begrüßte das neue Versorgungskonzept des kommunalen Krankenhauses. "Das Klinikum hat die Zeichen der Zeit erkannt: Ohne Kooperation geht in der modernen Gesundheitsversorgung nichts mehr", so Tack.

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