Ärzte Zeitung, 01.11.2012

Auf Insel Fehmarn

Zweigpraxen verschiedener Ärzte unter einem Dach

Ein medizinisches Facharztzentrum soll die ambulante Versorgung für Patienten auf Fehmarn deutlich verbessern. BalticMed heißt der neue Anlaufpunkt.

Zweigpraxen verschiedener Ärzte unter einem Dach

Die Fehmarnsundbrücke verbindet die Ostseeinsel Fehmarn mit dem Festland. Viele ältere Patienten sind nicht mehr mobil genug, um einen Facharzt auf dem Festland aufzusuchen.

© Angelika Warmuth / dpa

FEHMARN (di). Morgens Augenarzt, nachmittags Kardiologe, am nächsten Tag der Schmerztherapeut: in Burg auf Fehmarn geben sich Fachärzte und Therapeuten die Klinke in die Hand.

Das medizinische Facharztzentrum BalticMed vereint Zweigpraxen verschiedener Ärzte unter einem Dach.

Es liegt nur wenige Meter neben dem Krankenhaus von Fehmarn. Die Betreiber-GmbH - keine Ärzte - legt Wert darauf, dass keine konkurrierenden ärztlichen Angebote zu bestehenden Praxen auf der Insel bei BalticMed entstehen.

"Wir denken speziell an die ältere Bevölkerung, die nicht mobil genug ist, um für die fachärztliche Versorgung Praxen auf dem Festland zu besuchen", sagt Ekkehard Gallei der "Ärzte Zeitung".

Der Sportphysiotherapeut ist selbst mit seiner Praxis im BalticMed vertreten und dort für Organisation und Marketing zuständig.

Acht Räume mit 600 Quadratmetern

Eine Zweigpraxis unterhalten in den 2011 eingeweihten Räumen ein Kieler Augenarzt, ein Oldenburger Kardiologe, eine Psychotherapeutin aus Heiligenhafen und ein Heilpraktiker aus Hamburg (Schmerztherapie).

Ziel ist es, das Angebot noch um HNO, Orthopädie, Dermatologie und Pneumologie zu erweitern. Laut Gallei sind eher größere Praxen in der Lage, das Zweigpraxiskonzept personell zu bewältigen.

Insgesamt stehen bei BalticMed acht Räume mit zusammen 600 Quadratmetern auf zwei Etagen zur Verfügung, die wechselseitig belegt werden können. Geräte und Personal stellt die Betreibergesellschaft.

Erschwert wird die Suche nach Fachärzten durch deren Budget, das sich durch eine Zweigsprechstunde nicht erhöht. Für operierende Fächer könnte dennoch ein Anreiz in der Erweiterung des Einzugsgebietes liegen.

Außer für die medizinische Behandlung werden die Räume auch für Schulungen und Seminare zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen genutzt.

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