Ärzte Zeitung online, 28.11.2013

Berlin

MVZ-Umzug stößt KV sauer auf

BERLIN. Der geplante Umzug des Sana Gesundheitszentrums aus dem Haus der Gesundheit am Alexanderplatz in Berlin-Mitte in das neue Gesundheitszentrum am Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) stößt nicht nur in der Landespolitik, sondern auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin auf Kritik.

"Ich sehe es aus verschiedenen Gründen als problematisch an, das zu verlegen", sagte der Berliner KV-Vize Dr. Uwe Kraffel der "Ärzte Zeitung". Bedenken äußerte er zum Einen mit Blick auf die Konzentration der Ärzte in Marzahn an einem Standort.

Zum Zweiten sieht Kraffel den Umzug des kompletten MVZ auch aus Bedarfsplanungs-Gesichtspunkten kritisch.

Zur Bedarfsplanung regelt ein Letter of Intent, dass Praxen innerhalb Berlins nur noch von besser in schlechter versorgte Bezirke umziehen dürfen. Marzahn ist zwar in fast allen Fachgruppen schlechter versorgt als Mitte.

Doch: "Es gibt Fachgruppen, die mitziehen würden, die in Marzahn schon jetzt einen höheren Versorgungsgrad aufweisen als in Mitte", sagte Kraffel. Konkret sind das die Ärzte für physikalische und rehabilitative Medizin.

An dieser Facharztpraxis dürfte dem ukb jedoch viel gelegen sein, da sie sehr gut zum stationären Spektrum des berufsgenossenschaftlichen Klinikums passen würde.

Die Sana Gesundheitszentren, die das Haus der Gesundheit betreiben, streben den Verkauf der rund 20 Praxen als Komplettpaket ans ukb an. Anwohner in Mitte protestieren gegen den geplanten Wegzug der Praxen.

Auch der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses Dr. Wolfgang Albers (Linke) hat zur Vorsicht gemahnt. Er sieht Probleme mit der diabetologischen Versorgung rund um den Alexanderplatz, wenn Verlagerung und Trägerwechsel wie geplant Mitte nächsten Jahres erfolgen.

Entscheiden muss letztlich der Zulassungsausschuss bei der KV Berlin, der paritätisch mit Ärzten und Vertretern der Kassen besetzt ist. (ami)

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[28.11.2013, 11:45:25]
Peter Wulff 
Was will die KV Berlin und die Politik eigentlich...?
Nun hat die KV Berlin seit Jahren die bösen MVZs an den Pranger gestellt, Sitze von Ost nach West zuverlagern und die Versorgungsnöte in den Bezirken Ostberlins zu verstärken (was nachweisbar auch falsch ist).
Weiterhin hat die KV Berlin zusammen mit Hr. Czaja das Versorungsstrukturgesetz so interpretiert, wieder ein kleinräumige Arztsitzverteilung anzustreben. Damit sollen in Bezirken wie Charlottenburg und Mitte, die überdurchschnittlich gut versorgt sind keine weiteren Zulassungen und nur ein Umzug zu schlechter versorgten Bezirken stattgegeben werden (Zitat: "von besser nach schlechte versorgt geht").
Nun macht das UKB genau das, was im Sinne der Politik und KV Berlin ist und verlagert eine erhebliche Zahl von Sitzen in einen unterdurchschnittlich versorgten Bezirk und wieder wird gemeckert. Wenn von 20 Sitzen nun 2-3 nicht in die genannte Kategorie fallen, ist doch das Gesamtbild entscheidendend. Hier wird die Versorgungslage in Marzahn erheblich verbessert und in Mitte wird die Überversorgung etwas verringert. Zumal mir keiner erklären kann, warum es schwierig ist, vom Alexanderplaz innerhalb von 10 Minuten nicht zu ca. 500-600 Ärzten in Mitte und angrenzenden Bezirken mit den öffentichen Verkehrsmitteln zu gelangen.

Fazit: Hauptsache Kritik üben, anstatt das Posivite voranzustellen. zum Beitrag »

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