Ärzte Zeitung App, 13.12.2013

Niedersachsen

Praxis-Klinik-Konferenz zahlt sich aus

Zwei Mal im Jahr treffen sich in Niedersachsen rund 40 niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte mit dem Ziel, sich besser abzustimmen. Es klappt, wie sich zeigt: Die enge Kooperation kommt auch direkt beim Patienten an.

Von Christian Beneker

Praxis-Klinik-Konferenz zahlt sich aus

Gemeinsame Konferenzen können die Abstimmung zwischen niedergelassenen und Klinikärzten verbessern.

© nyul/ Fotolia.com

STADE. Wir sprechen uns wieder! Vor rund zwei Jahren haben niedergelassene Ärzte und Klinikkollegen des Elbe Klinikums Stade die regelmäßige Praxis-Klinik-Konferenz ins Leben gerufen.

Heute können sie die Früchte ihrer Gespräche ernten. Organisiert hat den Austausch die Bezirksstelle Stade der KV Niedersachsen.

Zwei Mal im Jahr sitzen nun rund 40 niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte an einem Tisch und versuchen, die Schwelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu schleifen.

Ärzte stimmen sich mehr ab

Ein Beispiel: "Oft hören die Patienten bei der Krankenhausentlassung, sie möchten doch morgen gleich zu ihrem Hausarzt gehen", berichtet der Kardiologe Dr. Stephan Brune aus Stade. Brune ist Vorsitzender des KV Bezirksausschusses und moderiert die Runde der Mediziner.

"Dabei übersehen die Klinikärzte mit dem guten Rat, dass viele Hausärzte längst Terminpraxen führen. Klar, dass die eben Entlassenen dann ungelegen im Wartezimmer erscheinen. Inzwischen bitten die Klinikkollegen die Patienten bei der Entlassung darum, beim Hausarzt anzurufen."

Will sagen: Die engere Kooperation der Ärzte kommt direkt bei den Patienten an.

In den Runden werden solche Fragen offen auf den Tisch gelegt und diskutiert. So lernen die Ärzte die Perspektive des anderen Versorgungsbereiches besser kennen und verstehen.

"Die Runde besteht zur Hälfte aus Niedergelassenen und zur anderen Hälfte aus Klinikkollegen des Elbe-Klinikums", sagt Brune.

Gemeinsam nach Lösungen suchen

"Die Chefärzte des Klinikums erscheinen alle - vorbildlich!" Gemeinsam sucht die Runde Lösungen.

So ist man auch bei den Entlassungsbriefen ein gutes Stück weiter gekommen. Die Klinikärzte verzichten auf kryptische Kürzel und setzen stattdessen den kompletten Begriff des gemeinten Sachverhalts als Textbaustein in die Briefe ein.

"Das ist sehr hilfreich, weil sich die Fachgebiete schnell entwickeln und immer neue Begriffe dazu kommen, die die Niedergelassenen nicht kennen können", sagt Brune.

"Zudem benutzen verschiedene Krankenhäuser für die gleichen Dinge verschiedene Begriffe."

Modell soll weitere Kliniken erobern

Um die direkte Kommunikation zu erleichtern, haben alle beteiligten Ärzte eine Arzt-zu-Arzt-Telefonnummer in einer Liste hinterlegt. "Ein rotes Telefon sozusagen", meint Brune.

Diese Nummern dürfen nur von Ärzten für vertrauliche und interne Gespräche genutzt werden. "Bei direkten Fragen zu Patienten etwa hat man sofort den Kollegen am Telefon."

In Zukunft soll das Modell auf weitere Krankenhäuser ausgedehnt werden.

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