Ärzte Zeitung online, 21.01.2014

LTS Lohmann

Milliarden-Poker um TTS-Marktführer

ANDERNACH. Der Marktführer für transdermale therapeutische Systeme (TTS), der Andernacher Hersteller LTS Lohmann, steht laut einem Zeitungsbericht vor dem Verkauf. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete am Montag von drei möglichen Interessenten, die das hochprofitablen Unternehmen übernehmen könnten.

Demnach seien die Finanzinvestoren Nordic Capital und Wendel bereit, 1,2 Milliarden Euro zu zahlen. LTS hatte zuletzt mit knapp 290 Millionen Euro Umsatz einen operativen Gewinn von etwa 95 Millionen Euro erwirtschaftet.

Ein Teil der LTS-Lohmann-Eigner hoffe aber auf einen Preis von bis zu 1,4 Milliarden Euro und würde das Unternehmen gerne an den Spezialchemiekonzern Evonik verkaufen, schreibt das Blatt weiter.

LTS Lohmann werde entweder in nächster Zeit "zu einem guten Preis" verkauft - oder gar nicht, zitiert die Zeitung aus dem Umfeld der Eigentümer. Zwar habe Evonik bereits einmal abgewinkt, solle nun aber erneut in das Bieterrennen einsteigen.

Größter Aktionär von LTS Lohmann ist der Pharmakonzern Novartis mit 43 Prozent der Anteile. Knapp ein Viertel hält die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft BWK, eine Tochtergesellschaft der Landesbank Baden-Württemberg. Weitere 30 Prozent liegen im Besitz des SAP-Gründers Dietmar Hopp. (dpa)

[19.02.2014, 20:22:45]
Frank Becher 
Entwicklungspotential mit Fragezeichen
Seit Neupro/Rotigotin vor mehr als 20 Jahren hat die gesamte TTS-Branche keinen Wirkstoff mehr entdeckt, der sich zur transdermalen Darreichung bei einer großen Indikation eignet. Da stellt sich doch die Frage, wie gross das künftige Entwicklungspotential sein kann, das einen Kaufpreis über € 1 Milliarde rechtfertigt. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »