Ärzte Zeitung, 20.05.2015

Netze in Bayern

Neue Chancen auf zusätzliche Vergütung

Anerkannte Praxisnetze werden mit Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes neue Chancen auf Förderung bekommen. Wie stark die Netzbewegung bereits heute Fuß gefasst hat, wurde bei einem Forum in Bayern deutlich.

MÜNCHEN. Schätzungsweise 30.000 Ärzte sind bundesweit in etwa 400 Praxisnetzen organisiert. Allein in Bayern gibt es nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung derzeit etwa 85 Praxisnetze, in denen bis zu 5100 Vertragsärzte zusammenarbeiten.

Bayern ist auch bekannt für mehrere weit entwickelte Netze, die Verträge mit Krankenkassen ausgehandelt haben und sektorübergreifende Versorgungsmodelle praktizieren, etwa UGOM in Amberg und Qualität und Effizienz in Nürnberg.

Bessere Work-Life-Balance

Dies zeige, dass die Etablierung von Praxisnetzen bereits sehr weit fortgeschritten ist, berichtete Fabian Demmelhuber, Leiter des Referats für Versorgungskonzepte und Zusatzverträge bei der KV Bayerns (KVB) bei einem Ärztenetz-Forum im Bayerischen Landtag, das von UCB Pharma unterstützt wurde.

Um die Kooperationen zu fördern, werde es mit dem kommenden GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) für anerkannte Praxisnetze verpflichtende gesonderte Vergütungsregelungen geben, berichtete Demmelhuber.

Die Zusammenarbeit in Praxisnetzen biete dem einzelnen Arzt zahlreiche fachliche, organisatorische und ökonomische Vorteile, erinnerte Demmelhuber.

Durch die Kooperation ergäben sich neue Möglichkeiten für die Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch für eine bessere Versorgung der Patienten.

Auch die Krankenkassen stehen der Entwicklung aufgeschlossen gegenüber, zeigte sich bei dem Forum.

Durch eine koordinierte und wirtschaftliche Versorgung kommen Ärztenetze insbesondere älteren und chronisch kranken Patienten mit komplexen Behandlungsverläufen zugute, erklärte Gerhard Potuschek, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK.

13. Vertrag in Arbeit

Die AOK Bayern habe Praxisnetze im Freistaat "von der ersten Stunde an" begleitet und habe derzeit zwölf Verträge mit Ärztenetzen, betonte Martin Steidler von der AOK Bayern. Ein 13. Vertrag sei derzeit in Arbeit.

Auch bei der Versorgung von Patienten mit akuten gesundheitlichen Problemen am Wochenende seien Praxisnetze mit ihren Notfallpraxen von Vorteil, erklärte der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath. Zudem würden die Hürden für die Niederlassung als Arzt durch die Etablierung von Praxisnetzen herabgesetzt, so Seidenath. (sto)

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