Ärzte Zeitung, 23.02.2016

Endlich gefunden

Ein Augenarzt für Finsterwalde

Nach langer Suche hat sich ein Augenarzt für die Stadt Finsterwalde im Süden Brandenburgs gefunden. Weil die Gemeinde und das Ärztenetz vor Ort an einem Strang ziehen. Die Gemeinde sich aber auch finanziell beteiligt.

Von Angela Misslbeck

Augenarzt für Finsterwalde

Händeringend wurde ein Augenarzt für Finsterwalde gesucht - jetzt wurde man endlich fündig.

© coldwaterman / Fotolia

POTSDAM / FINSTERWALDE. Glücklich und auch ein wenig stolz ist Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) an diesem Tag Ende Januar. Nach mehr als zwei Jahren wird es in der südbrandenburgischen Kleinstadt ab April wieder einen Augenarzt geben.

Das ist nicht nur Gampes Verdienst. Darauf weist der Bürgermeister selbst hin. Es sei einer gemeinsamen Initiative des regionalen Ärztenetzes Südbrandenburg ANSB, dessen Managementgesellschaft KV Comm und der Stadt Finsterwalde zu verdanken.

Versorgungslücke geschlossen

"Ich bin froh, dass unsere Bemühungen endlich Früchte tragen und es gemeinsam gelungen ist, diese medizinische Versorgungslücke in der Stadt zu schließen", sagt Gampe.

Die Stadt Finsterwalde hat für die Ansiedlung eines Augenarztes schon seit dem Jahr 2014 bis zu 50.000 Euro als finanzielle Starthilfe für einen neuen Augenarzt im Haushalt eingeplant. Das ANSB schuf die Strukturen, um den Augenarzt zu beschäftigen. In der ehemaligen Südambulanz in der Westfalenstraße hat das Netz ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) eingerichtet. Dort wird der Augenarzt Przemylslaw Andrzej Naturski aus Brieske Anfang April seine Praxisräume beziehen.

Perspektive Gesundheitszentrum

Damit ist ein fast drei Jahre dauerndes Versorgungsproblem gelöst. Der ortsansässige Ophthalmologe hatte seine Praxis 2013 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben und damals keinen Nachfolger gefunden. Zuletzt fuhren die Bewohner von Finsterwalde mit einem Sammeltaxi zu Sondersprechstunden in einer Dresdner Augenarztpraxis (wir berichteten).

Das MVZ, das in des Ärztenetz ANSB integriert ist, besteht seit 2012. Es war das erste MVZ in der Trägerschaft eines Netzes. Ein Gynäkologe und zwei Allgemeinmediziner sind bereits dort angestellt. Auch eine Apotheke, Zahnärzte, ein Pflegedienst und eine Physiotherapie sind vor Ort. Die Augenarztpraxis soll das Angebot ergänzen.

Perspektivisch plant die KV Comm, das MVZ zu einem lokalen Gesundheitszentrum für Primär- und Langzeitversorgung in der Region auszubauen, kündigte Geschäftsführerin Andrea Trunev an. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass zur Sicherung der Versorgung eine Zusammenarbeit mit allen medizinischen Leistungserbringern und den Kommunen notwendig sei.

Trunev ist überzeugt, dass die Idee der Versorgung aus "einer Hand" künftig noch an Bedeutung gewinnt. Sie sieht Finsterwalde und die Region daher mit dem MVZ in der Westfalenstraße und dessen Verankerung im ANSB auf einem guten Weg.

Das Ärztenetzwerk Südbrandenburg hat sich im vergangenen Jahr neu strukturiert, nachdem sich ein Teil der Ärzte im neuen Netz Medis organisiert hatten.

Zur Zeit arbeiten 38 Ärzte und weitere Partner aus dem Gesundheitswesen in dem Netz zusammen. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung in Südbrandenburg flächendeckend sicherzustellen. Dazu bestehen Kooperationsverträge mit der KV Comm und dem Elbe-Elster-Klinikum.

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