Ärzte Zeitung, 18.05.2016

Arztnetze

Viele Quellen, wenig Gewinn

Ärzte sind sich einig: Netzwerke zahlen sich letztlich aus. Doch bis dahin braucht es Geduld.

Viele Quellen, wenig Gewinn

Vernetzung unter Ärzten kann sich lohnen, um in kleinen Praxen im Wettbewerb bestehen zu können. Aber aus dem Netz selbst ziehen nur wenige Ärzteverbünde hohe Gewinne.

© M.Gove / Fotolia.com

BERLIN. Bis die Arbeit in einem Ärztenetz sich auszahlt, brauchen Ärzte einen langen Atem. Doch egal, wie ein Netz sich finanziert: Bezahlt macht sich in jedem Fall ein professionelles Netzmanagement. Darin stimmten netzerfahrene Ärzte und Netzmanager beim Gesundheitsnetzwerkerkongress in Berlin überein.

Dr. Thomas Eisen, Geschäftsführer der CardioPro Niedersachsen, könnte sich die Netzarbeit ohne Steuerberater und Fachanwälte nicht vorstellen. Auch die Gründer des Netzes Medicos GmbH in Stuttgart haben bereits im ersten Jahr die Erfahrung gemacht, "dass wir ohne externes Management nicht auskommen", berichtete Sabine Heidler aus der Netzgeschäftsführung.

Dr. Carola Koch, Chefin des Gesundheitsnetzes Frankfurt am Main (GNEF) ist ebenfalls überzeugt, dass Ärzte die Aufgaben rund um Finanzierung und Datenschutz nicht ohne fachliche Unterstützung bewältigen können. "Das hätten wir alleine nicht hingekriegt. Das braucht eine professionelle Kraft", sagte Koch.

Zufriedenheit wächst

Die drei Netze setzen auf drei verschiedene Finanzierungsarten. So wird GNEF aus öffentlichen Mitteln gefördert, Medicos erhält die Förderung der KV nach Paragraf 87b SGB V und CardioPro finanziert sich aus Selektivverträgen mit Krankenkassen. Jedes der Netze ist mit seiner Art der Finanzierung zufrieden.

Doch auch eine ernüchternde Botschaft gaben die Referenten den Zuhörern mit: "Netzfinanzierung ist kein Instrument zum Geldverdienen", fasste Carsten Jäger vom Vorstand der Agentur deutscher Ärztenetze die Beiträge zusammen. Aus der Netzarbeit profitieren Ärzte demnach weniger monetär als vielmehr durch eine höhere Arbeitszufriedenheit und eine besser koordinierte Patientenversorgung.

Netze, die auf öffentliche Fördertöpfe setzen, müssen mit einem langen Vorlauf rechnen. "Erst mit Erhalt des Förderbescheides können Sie wirklich arbeiten", sagte Dr. Carola Koch, Vorstandsvorsitzende des Gesundheitsnetzes Frankfurt am Main (GNEF), das die Versorgung Demenzkranker verbessern will, in Berlin.

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