Ärzte Zeitung, 18.06.2008

Gelungene Praxis-Präsentation aus einem Guss

In Niedersachsen werden bald wieder die besten medizinischen Websites gekürt / Corporate Design im Mittelpunkt

HANNOVER (cben). Praxischefs nutzen verstärkt das Web, um ihre Leistungen und das Praxisteam der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. "Auf jeden Fall wird der öffentliche Auftritt für Arztpraxen immer wichtiger", erklärt die Grafikerin Cher Paternoster aus Köln. Sie sitzt in diesem Jahr in der Jury für den Wettbewerb um die beste medizinische Website, der alljährlich von der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und der KV Niedersachsen (KVN) ausgerichtet wird. In diesem Jahr soll besonders das Webdesign berücksichtigt und - wenn gut gelungen - mit einem Sonderpreis belohnt werden.

Die gelungene Außendarstellung der Praxis ist eine mitunter diffizile Angelegenheit. Gerade im Hinblick auf ein geschlossenes Bild der Praxis ist das Webdesign nur ein Anfang. Darüber sind sich Fachleute einig. Grafikerin Cher Paternoster: "Wer sich jetzt nicht um das Corporate Design seiner Praxis kümmert, kann am Ende zu den Verlierern auf dem immer mehr umkämpften Markt gehören." Im Zusammenhang mit einer gut gemachten Praxishomepage heißt das: Es geht nicht nur um einen ansehnlichen Webauftritt, es geht um den in sich stimmigen Gesamteindruck. Ein Patient sollte bei jeder Begegnung mit der Praxis mit der gleichen Formensprache angesprochen werden.

Patientenansprache muss auf jeden Fall authentisch sein

"Dem ersten wirklichen Arztkontakt geht eine ganze Reihe von vorherigen Begegnungen mit der Praxis voraus," erklärt Paternoster. "Zunächst vielleicht im Internet, dann über den Empfang, die Infoblätter und schließlich im Wartezimmer", meint Paternoster. "Wenn der Patient im Wartezimmer sitzt, hat er schon seine Meinung von der Praxis. Ist sie schlecht, kann der Arzt das kaum mehr ausbügeln."

Die Homepage darf aber vom Design her auch nicht mehr versprechen, als die Praxis halten kann. Die Patientenansprache und das Leistungsversprechen müssen authentisch sein. Dabei kann die Homepage die Vorreiterin werden, um das Bild der Praxis insgesamt aufzufrischen und zu harmonisieren.

Doch bevor ein Kollege sich einen neuen Internetauftritt zulegt oder die bisherige Praxishomepage überarbeitet, müsse er sein individuelles Profil inklusive einer klaren Unternehmensphilosophie, die sich im Corporate Design widerspiegelt, entwickeln, meint Paternoster. Dazu gehören unter anderem ein Markenversprechen und ein einzigartiges Logo.

"Identitätsentwicklung, Marke, Logo, Geschäftspapiere und Visitenkarten können zwischen 2500 und 5000 Euro" kosten, so Paternoster. Die Beträge können aber stark schwanken. "Eine ordentlich gestaltete Homepage bekommt man vielleicht schon für 2500 Euro", sagt Raimund Dehmlow von der ÄKN. Laut Paternoster muss der Praxisinhaber drei bis sechs Monate von der Planung bis zur Umsetzung der Homepage einrechnen.

Ab 1. Juli können Bewerbungen für

den Wettbewerb um die beste medizinische Website bei der ÄKN eingereicht werden: www.aekn.de. Gewinner dürfen den Button "Beste medizinische Website 2008" oder "Gute medizinische Website 2008" auf der Homepage installieren.

Das 1 x 1 einer guten Praxis-Site

Für einen gestalterisch gelungenen Auftritt empfehlen die Designerinnen Cher Paternoster und Kirsten Broska Ärzten einige wichtige Punkte beim Webdesign:

Der Text: Der Schrifttyp sollte serifenlos sein, zum Beispiel eine "Arial"- oder "Verdana"-Schrift. Sie ergeben ein luftiges und klares Schriftbild.

Die Zeilen sollten nicht zu große Abstände haben, weil der Text sonst optisch auseinander fällt. Aber sie sollten auch nicht zu eng sein, weil dann das Auge Mühe hat, dem Text zu folgen. Grafiker empfehlen: mindestens Schriftgröße "11", bei einem Zeilenabstand von "14". Linksbündiger Text ist übersichtlicher als Blocksatz. Die einzelnen Zeilen sollten nicht zu lang sein; 60 Anschläge in einer Zeile genügen.

"Das Maß, das auf der Homepage eingehalten wird, die so genannte Hausschrift, muss sich natürlich auf den Briefbögen Flyern und Infobroschüren wiederholen", unterstreicht Paternoster, "es geht insgesamt ums Wiedererkennen."

Die Site-Struktur: Wer die Website besucht, muss sich beim Anblick des Bildschirms immer klar sein können, wo auf der Praxishomepage er sich gerade befindet. "Gerade bei älteren Patienten kann eine schlichte und sparsame Struktur sehr hilfreich und überzeugend sein", erklärt Paternoster. Denn: Wer sich schon auf der Website verirrt, wird sich erst gar keine Mühe geben, die Praxis zu finden.

Die Farben: Bei Farben zählt das Mittelmaß. Zu große Kontraste (schwarz-weiß oder Komplementärfarben wie rot-grün) beschäftigen die Augen mehr, als zum Verständnis des Textinhaltes gut ist, erklärt Kirsten Broska. 100 Prozent rot und 100 Prozent blau verhindern praktisch die Texterkennung. Insgesamt sei es besser, Farben unterschiedlicher Sättigung aufeinandertreffen zu lassen. "Den grauen Schriftzug "Mercedes Benz" zum Beispiel erkennt man sofort wieder an der Schrift und an der Farbe", sagt Paternoster. Nicht anders ist es beim "Roten Kreuz" oder beim "ADAC".

Die Formensprache: "Ein geschwungenes Logo sollte im Webauftritt auch sonst auf geschwungene Formen treffen", erklärt Paternoster, "ein schlichtes und gerades Logo auf entsprechende Formen im Auftritt". Das gelte natürlich auch für alle anderen Teile des Corporate Designs. Ebenso wie die Farben sollen die Formen stimmig sein.

Die Bilder: Bilder sind mindestens so wichtig wie der Text. "Aussagekräftige und atmosphärische Fotos können Berührungsängste nehmen und eine Entscheidungshilfe für die Auswahl der Praxis sein", schreibt Broska. Außerdem dürfen sympathische Bilder von Ärzten und Team nicht fehlen.

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