Ärzte Zeitung, 03.09.2008

Kommentar

Abschied von der Preisstabilität

Von Hauke Gerlof

Als Computer vor rund 20 Jahren zunehmend in Arztpraxen kamen, fiel es vielen Ärzten schwer, sich an das neue Werkzeug zu gewöhnen. Mittlerweile ist den meisten klar geworden, dass angesichts der immer weiter zunehmenden Regelungsdichte eine Praxistätigkeit ohne EDV kaum noch vorstellbar wäre. Die DMP sind nur eines von vielen Beispielen.

Zur Akzeptanz der Praxis-EDV hat sicher nicht zuletzt beigetragen, dass der Preis für die Softwarepflege über Jahre hinweg weitgehend stabil geblieben ist - und das bei zunehmenden Anforderungen an die EDV weit über die Diskettenabrechnung hinaus.

Die Zeit der Preisstabilität könnte jetzt vorerst zu Ende gehen. Denn nur durch steigende Werbeeinnahmen konnten die großen Anbieter ihre Gebühren konstant halten und trotzdem gute Renditen erwirtschaften. Das dürfte nach den neuen Regeln zur Werbung in der EDV schwerer werden - und spätestens Anfang 2009 werden das viele Ärzte bei ihren Praxiskosten spüren.

Der Ärger darüber dürfte zu verschmerzen sein, wenn die Honorare gleichzeitig tatsächlich steigen. Dennoch bleibt die Frage, ob der Eingriff der Körperschaften in die Software nicht etwas zu harsch ausgefallen ist. Regulierung gibt es im Gesundheitswesen schon genug.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »