Ärzte Zeitung online, 02.01.2009

Hausärzte in Nordrhein verabschieden Resolution gegen E-Card

KÖLN (iss). Der Hausärzteverband in Nordrhein lehnt die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ab. Bei einer Landesdelegiertenversammlung haben sich die Verbandsmitglieder auch gegen die Installation von Lesegeräten in den nordrheinischen Arztpraxen ausgesprochen, die Teil des geplanten Basis-Rollouts der Karte in Nordrhein ist.

Foto: Siemens

"Die eGK ist seit ihrer politischen Inauguration ein Projekt mit vielen Fragezeichen", heißt es in einer Resolution der Delegiertenversammlung. Öffentliche Versprechungen über die Vorteile der modernen Datennutzung im medizinischen Bereich würden den Blick auf massive technische und datenschutzrechtliche Probleme verstellen, warnen die nordrheinischen Hausärzte.

"Alleine die Einführung der notwendigen Lesegeräte entzieht der Versorgung 2,4 Milliarden Euro aus den Versichertengeldern des Gesundheitsfonds - nur scheinbar kostenlos für die Vertragsärzte, da auf der anderen Seite dieser Mittelentzug existenzgefährdend honorarwirksam ist und zusätzlich Praxisarbeitskosten auslöst."

Die Delegierten sehen die Gefahr, dass bis zur Bereitstellung von Zusatznutzen durch die Karte noch so viel Zeit vergehen wird, dass die Technik schon wieder veraltet ist. Der Hausärzteverband sehe in der innovativen Datenverarbeitung und -kommunikation in Hausarztpraxen im Interesse des Arzt-Patienten-Verhältnisses eine Zukunftschance, heißt es in der Resolution. "Jetzt aber wird dieses schützenswerte Gut geopfert - auf dem Altar der Wirtschaftsförderung der IT-Branche und der Freizügigkeit eines kasseninternen ungezügelten Datenverkehrs."

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