Ärzte Zeitung online, 04.08.2010

Webbasierte Patientendokumentation in ambulanter Palliativmedizin angestrebt

KÖLN (iss). Eine neue Initiative will die Grundlagen schaffen für eine praxisnahe webbasierte Patientendokumentation in der ambulanten Palliativmedizin. Ziel des "Informationssystems palliativecare.nrw" ist die Definition dessen, was eine interdisziplinäre elektronische Kommunikation in der Palliativmedizin leisten muss.

Dafür werden die Anforderungen und Vorgaben der an der Versorgung Beteiligten gesammelt. Auf dieser Basis sollen dann konkrete Softwarelösungen für die einzelnen Palliativnetze erarbeitet werden können. "Wir wollen den Praktikern vor Ort eine Hilfestellung bieten", sagt Projektkoordinator Tobias Hartz vom Institut für Medizinische Informatik und Biomathematik der Universität Münster. An der Initiative beteiligen sich unter anderem Mitarbeiter von Palliativnetzen aus ganz Deutschland und aus dem Hospizbereich sowie Vertreter der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe und der Krankenkassen.

Im November 2011 will die Initiative ein sogenanntes quelloffenes Lastenheft veröffentlichen. "Wir schreiben auf, was primär für die Versorgung gebraucht wird", sagt Hartz. Im Lastenheft wird zum Beispiel zusammengestellt, wer in den Palliativnetzen was dokumentieren muss, wer die Daten verarbeitet und was die einzelnen Gruppen von einer Softwarelösung erwarten. "Wir werden zeitnah ein Treffen mit den Softwareanbietern organisieren", kündigt er an. In Münster hat sich jetzt ein Fachbeirat gegründet, der die Entwicklung des Lastenhefts begleitet.

Ein Pilotprojekt im Palliativnetz Bochum habe bereits gezeigt, dass eine elektronische Patientenakte die Arbeit und den Austausch im Netz verbessern und die Arbeit effizienter machen kann, berichtet er. "Die Erfahrungen aus Bochum fließen in unser Projekt ein."

Das "Informationssystem palliativecare.nrw" wird vom Land Nordrhein-Westfalen für zwei Jahre finanziell gefördert.

www.palliativecarenrw.de

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