Ärzte Zeitung, 09.08.2011

Tipps für die Arzthelferin

Vorsicht bei Facebook und Co: Schnell sind die Patientendaten in Gefahr!

Soziale Netzwerke bieten für Praxen ungeahnte Möglichkeiten. Aus datenschutzrechtlichen Gründen sollten die Accounts aber nicht vom Praxis-PC aus erstellt werden.

Von Theresia Wölker

Vorsicht bei Facebook und Co: Schnell sind die Patientendaten in Gefahr!

Facebook & Co.: Ein Klick an falscher Stelle und die sensiblen Patientendaten gelangen in soziale Netzwerke.

© Ryan Balderas / iStockphoto

Facebook, MySpace, Twitter, Xing und Co. - Jugendliche und junge Berufsanfänger tummeln sich heute ganz selbstverständlich in diesen sozialen Netzwerken. Auch für medizinische Fachangestellte (MFA) haben Internet-Plattformen ihre praktischen und nützlichen Seiten.

Idealerweise findet man darüber als MFA sogar eine neue, gute Arbeitsstelle oder - als Arzt - interessanten Austausch mit Kollegen und Interessenten für das eigene Praxis-Angebot (zum Beispiel für IGeL, praxisparalleles Gesundheitszentrum).

Einige Praxisteams sind schon aktiv bei der Nutzung von Social-Media-Portalen - wenige sogar mit eigenem Facebook-Profil -, andere trauen sich aus mangelnder Kenntnis (noch) nicht oder sind einfach zurückhaltend aus datenschutz- und berufsrechtlichen Gründen.

Soziale Netzwerke werden zum Austausch über Krankenheiten und Therapien genutzt

Schließlich lauern auch Gefahren, und das nicht nur beim Datenschutz. Aber es gilt zu bedenken, dass viele Patienten die sozialen Netzwerke längst für den Austausch über Krankheiten und Therapien nutzen.

Grundsätzlich müssen Nachrichten aus der Praxis - egal ob über E-Mail, Telefon oder über andere neue Marketingkanäle - professionell sein, und die Patientendaten müssen geschützt bleiben. Und wer sein Praxismarketing über die eigene Homepage hinaus zum Beispiel auf die Online-Plattform YouTube ausweiten möchte, muss sich auf die Schnelligkeit und den Facettenreichtum als neue und nicht zu unterschätzende Dimension im Web einstellen.

Aktive Internetnutzer orientieren sich an aktuellen Inhalten wie saisonalen Kampagnen zur Reise- und Urlaubszeit; bei veralteten Inhalten verlieren sie schnell das Interesse.

Ein geplantes Engagement der Arztpraxis auf der Plattform YouTube oder bei Social-Media-Angeboten wie Facebook sollte im Vorfeld sehr genau hinsichtlich juristischer und möglicher berufsrechtlicher Vorgaben analysiert und vor dem Start abgesichert werden.

Datenschutz: Patientendaten dürfen nicht in soziale Netzwerke gelangen

Denn unter die ärztliche Schweigepflicht fällt sogar, ob eine Person Patient einer Praxis ist. Umso schlimmer, wenn diese Verbindung ohne Zutun der Patienten bei Facebook auftaucht. So weist die Stiftung Gesundheit darauf hin, dass ein Facebook-Account keinesfalls vom Praxis-PC aus erstellt werden sollte.

Denn mit einem Klick können Patientendaten in das soziale Netzwerk gelangen und unbekannte Patienten werden einander als mögliche Freunde vorgestellt.

Außerdem speichert Facebook die Handynummern, Anschriften und E-Mail-Adressen, soweit verfügbar. Der "Gefällt mir"-Button ist also datenschutzrechtlich bedenklich.

In jedem Fall sollte die zuständige QM-Beauftragte in der Praxis darauf achten, dass der Umgang mit den sozialen Netzwerken verbindlich festgelegt wird.

Theresia Wölker aus Bendorf ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams.

[22.08.2011, 21:22:07]
Frank Stratmann 
Hier Hinweis ist sehr wichtig, aber...
der Versuch, die eingeklammerten Eckpunkte auf diese Art in einem nachvollziehbaren Kontext zu stellen, gelingt hier nicht.

Wie betont gibt es solche den Datenschutz betreffenden Aspekte. Sie haben aber keinesfalls etwas damit zu tun, wie sich eine Praxis auf Facebook bewegt. Facebook kann außerdem nicht in einen Topf mit anderen Sozialen Netzwerken geworfen werden.

Es ist richtig, dass Patienten Ihr individuelles, teils personalisiertes Gesundheitsgeschehen ins Netz verlagern. Noch bevor ein Arzt ins Spiel kommt. 41% aller Patienten tun dies bereits. (Quelle gern auf Nachfrage). Hier treffen sie sehr selten auf einen Arzt. Die Anwesenheit von Ärzten im Netz ist also auch eine Form "Sozialer Verantwortung" und das überträgt sich auf das gesamte Internet, nicht nur auf Facebook.

Ihre sehr kurz geratene Darstellung der Zusammenhänge erscheint mir nicht ausreichend die Komplexität der sich bietenden Notwendigkeiten zu umfassen. Hinzu kommt, dass ein weniger medienkompetenter Arzt spätestens in der Mitte des Beitrag eines Auseinandersetzung mit der Grundproblematik abbricht. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »