Ärzte Zeitung, 30.08.2011

Sprache navigiert durch die Praxis-EDV

Fast alle Befehle in der Praxis-EDV lassen sich durch Spracherkennung ansteuern. Das hilft, die Abläufe zu rationalisieren.

Bessere Navigation in der Praxis-EDV durch Sprache

Sprachsteuerung im medizinischen Alltag: Auch die Praxis-Software lässt sich so einfacher bedienen.

© Sean Prior / fotolia.com

BERLIN (gvg). Wer in seiner Praxis Spracherkennung nutzen möchte, kann heutzutage viel Komfort erwarten. Über 90 Prozent der Navigationsbefehle lassen sich in den meisten Praxis-EDV-Systemen durch Sprache umsetzen.

Ein wichtiges Hilfsmittel bei der Umsetzung von Spracherkennung in Praxis-EDV sind Sprachbefehle, mit deren Hilfe der Nutzer im Idealfall von Feld zu Feld durch die EDV navigieren kann.

Bei einem Seminar des Systemhauses Abitz.com, einem Partnerunternehmen des Spracherkennungsanbieters Nuance, machte Abitz.com-Projektleiter Sebastian Prieß das am Beispiel von Dragon Medical 11 deutlich: "Dragon Medical 11 ermöglicht es dem Nutzer, Sprachbefehle zu erstellen, denen ganz bestimmte Tastaturkürzel zugeordnet sind", so Prieß.

Automatisierung bis zu 90 Prozent durch Sprachbefehle

"Bei vielen unterschiedlichen EDV-Systemen lassen sich damit 90 Prozent der Navigationsschritte automatisieren."

Wie das konkret aussieht, demonstrierte Simone Leuschke von Frey ADV für die Praxis-EDV-Lösung Quincy. Im Falle von Quincy ließen sich bei entsprechend professioneller Umsetzung etwa 95 Prozent aller Quincy-Befehle durch Sprache ansteuern, so Leuschke.

Besonders komfortabel gelinge das bei Einsatz einer separaten Diktatverwaltung, wie sie bei Dragon Medical zur Verfügung stehe.

Separate Diktatverwaltung erlaubt komplexere Workflows

Die Diktatverwaltung erlaubt nicht nur eine serverbasierte Spracherkennung mit Verwaltung von unterschiedlichen Sprechprofilen. Sie dient auch der Erstellung und Verwaltung von Makrolisten, die bestimmte Diktatprofile enthalten.

Leuschke führte das am Beispiel eines Patienten vor, bei dem diverse Eingabefelder wie Arthroskopie, Diagnose und Medikation hintereinander weg diktiert wurden. Das gesamte Diktat übertrug sie dann mit dem Befehl "in die Akte, bitte" als Ganzes in die Praxis-EDV.

Der Einsatz einer Diktatverwaltungsplattform erlaube es auch, komplexere Workflows unter Einbeziehung des Praxispersonals zu realisieren, so Leuschke.

So könne der Arzt beispielsweise alle nötigen Einträge für einen Patienten diktieren und das Diktat dann an eine Sprechstundenhilfe versenden, die es mit Hilfe der Spracherkennung umsetzt und gegebenenfalls korrigiert.

Die Spracherkennung zwinge dem Arzt heute also keinen Workflow mehr auf, sondern richte sich nach den individuellen Bedürfnissen beziehungsweise nach den Prozessen, mit denen der Arzt in seiner Praxis-EDV ohnehin vertraut ist.

[31.08.2011, 10:58:49]
Hans Joachim Schirner 
Diktatsoftware in der Praxis
Ich verwende seit Jahren Dragon Narurally Speaking, ein Programm, das ich damals für 90€ (das "medizinische" Wörterbuch ist ungleich teuerer, ich denke mehr als 1000€) erstanden habe sowohl privat, als auch in der Praxis. Die Sache funktioniert perfekt. Normale Geschäftskorrespondenz erledigt das Programm mit traumhafter Sicherheit, so dass von der Sekretärin/Helferin nur kleinere Fehler korrigiert werden müssen. Inzwischen beherrscht die Software auch medizinische Ausdrücke (nach etwas Training) ganz gut, ich werde mir aber demnächst die Medizinsoftware kaufen. Die Software erleichtert den Arbeitsalltag ungemein und spart sehr viel Zeit, da ja das Diktierte sofort geschrieben steht. Was ich super finde: Dragon Dictation gibt es auch als App für das i-Phone und das i-Pad. So lassen sich unterwegs Texte nahezu fehlerfrei Diktieren und (z.B. via e-Mail auf den Rechner transferieren). Ich habe festgestellt, dass die "mobile" Version des Programms noch besser und sicherer arbeitet, allerdings kann man hier keine Wörter trainieren. Hab ich aber noch nie vermisst. Ach ja, die Trainingszeit für das Programm beträgt weniger als 15 min. Dieser Text wurde übrigens mit der Software erstellt. 2 kleine Fehler, mehr nicht. Super. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »