Ärzte Zeitung, 26.04.2012

gevko-Schnittstelle soll wachsen

Die gevko-Schnittstelle wird weiter entwickelt

Trotz des Rückzugs der KVen halten die Krankenkassen und Praxis-EDV-Hersteller weiter an der gevko-Schnittstelle fest. Jetzt soll sie ausgebaut werden.

BERLIN (gvg). Die Krankenkassen entwickeln ihre "gevko"-Schnittstelle für Selektivverträge weiter. Bisher arbeiten 5000 Ärzte damit. Noch einmal so viele sollen in Kürze dazu kommen.

Nach dem Rückzug der KV Telematik Arge aus der gemeinsamen Schnittstellenentwicklung betonte Karsten Knöppler von der gevko bei der Messe conhIT in Berlin, dass die so genannte S3C-Schnittstelle auf Basis des Erreichten weiter ausgerollt werde.

Mit dem neuen Release am 1. Mai werde vor allem das Modul Heil- und Hilfsmittel dazu kommen. Eine weitere Neuerung: Organisatorisch werde die gevko als eigene GmbH aus der AOK Systems ausgegliedert, so Knöppler.

Er betonte, dass die Tür für die KV-Seite und auch für den Hausärzteverband offen bleibe: "Die Schnittstelle und die Zertifizierung sind kostenlos. Wir koppeln sie nicht an Geschäftsmodelle", so Knöppler.

Knöppler weiter: "Auch wer uns nicht als Dienstleister nutzt, kann die Schnittstelle verwenden."

Hersteller pochen auf Einheitlichkeit

Das wird auch zunehmend getan. Derzeit seien über 5000 Ärzte in Selektivverträge vor allem der AOK Niedersachsen und der AOK Plus eingeschrieben, die die S3C-Schnittstelle nutzten.

In Kürze kämen weitere rund 5000 Ärzte dazu, die aus dem Pädiatrie-Vertrag der AOK Bayern und aus den Verträgen zum diabetischen Fuß und zur Priscus-Liste der AOK in Nordrhein-Westfalen kommen.

Für die Industrieseite formulierte Jens Naumann von medatixx drei Wünsche: "Wir hätten gerne eine einheitliche Spezifikation, eine Entpolitisierung der IT-Umsetzung und eine Umsetzungsmöglichkeit ohne Fremdsoftware, also ohne den gekapselten Kern der Hausarztverträge."

Florian Fuhrmann von der CompuGroup schloss sich dem teilweise an: "Auch wir hätten gerne eine einheitliche Schnittstelle." Wichtig sei allerdings, was der Kunde wünsche, denn die Ärzte würden die Schnittstelle letztlich über ihre Praxis-EDV bezahlen.

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