Ärzte Zeitung, 17.10.2016

Medikationsplan

Streit um Gebühren für BMP-Module

NEU-ISENBURG. Um die Frage, ob die Praxis-EDV-Anbieter für die neuen Software-Module zur Erstellung des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) zusätzliche Gebühren verlangen dürfen, ist ein Streit entbrannt. So hat die Vertreterversammlung der KV Hessen in einer Resolution "jede Form zusätzlicher Kosten zur Erstellung des gesetzlich vorgeschriebenen bundeseinheitlichen Medikationsplanes durch die Hersteller von Arztinformationssystemen" abgelehnt. "Wie alle anderen EBM-Änderungen" müsse der BMP "im Rahmen der Routine-Updates" durch die Hersteller erbracht werden. Auch in Internet-Foren zeigen Ärzte teilweise wenig Verständnis für Zusatzkosten.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hält sich in dieser Frage bedeckt: Einige Hersteller würden eigene Gebühren für die Module erheben, andere nicht. Das unterliege nicht dem Einfluss der KBV.

Unternehmen der Branche, die ihr BMP-Modul gegen Gebühr vertreiben, verteidigen die Zusatzkosten: Für die Umsetzung des Medikationsplans seien mehr als 80 Seiten Spezifikation in der Programmierung umzusetzen gewesen. Zudem handele es sich beim BMP um eine völlig neue Funktionalität, die von der KBV als eigenes Modul konzipiert sei – ähnlich wie DMP-, IGeL- oder Geriatrie-Module, die zusätzlich zum Standard-Umfang der Programme ausgeliefert werden und ebenfalls mit Zusatzkosten verbunden sind. Es wird auch darauf verwiesen, dass eine Erhöhung der monatlichen Softwarewartung aufgrund der Programmierkosten die Ärzte am Ende teurer kommen würde als eine Einmalzahlung für das Modul. (ger)

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