Samstag, 25. Oktober 2014
Ärzte Zeitung, 29.01.2013

Tipps für die Arzthelferin

Das drohende Schwert der Korruption

Theresia Wölker

Nicht nur Vertragsärzte selbst, sondern auch das Praxispersonal ist vor Korruptionsvorwürfen nicht gefeit.

Da es sich bei Medizinischen Fachangestellten (MFA) in der Regel um nicht juristisch behaftete Arbeitskräfte handelt, stellt sich schnell die berechtigte Frage, wann man sich denn im Praxisalltag korrupt im strafrechtlichen Sinne verhält.

Ist es bereits die Bevorzugung eines Patienten bei der Terminvergabe, dürfen Geschenke von Pharmareferenten und/oder Patienten angenommen werden?

Wer sich ethisch einwandfrei verhalten möchte, hat es heute schwer. Praxisteams tun deshalb gut daran, die derzeitige Korruptionsdebatte in einer der nächsten Teambesprechungen zu thematisieren und die Praxisleitung um konkrete, rechtssichere Anweisungen, auch für Grenzfälle, zu bitten.

Eine schriftlich festgelegte "Interne Regelung" als verbindliche und generelle Weisung an alle Praxismitarbeiter im QM-Handbuch präzisiert die Transparenz und die Qualitätspolitik in den Geschäfts- und Außenbeziehungen der Praxis.

Sinnvoll kann es sein, einen Fachanwalt in die Praxis zu Schulungszwecken kommen zu lassen, der das gesamte Team im Hinblick auf mögliche Straftatbestände der Korruption beraten kann und auch die korrekten Vorgehensweisen kennt.

Fühlt sich eine MFA in einer Situation der versuchten Bestechung, so kann sie immer auch die Praxisleitung über Vorkommnisse informieren. Nur sollte nicht in jeder gut gemeinten Geste von Patienten wie auch Pharmavertretern gleich eine Korruptionsabsicht unterstellt werden.

Eines sollte aber auch klar sein: Steht die Staatsanwaltschaft mal vor der Praxistür, dann gilt nur der Leitsatz "ruhig Blut!". Wie der juristische Praxisalltag zeigt, stellen sich viele Vorwürfe von zum Beispiel Behandlungsfehlern im Laufe der staatsanwaltlichen Ermittlungen als gegenstandslos heraus.

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Ebola-Patient am UKE: Heilende Therapie - mit Überraschungen

Nach der Behandlung am Hamburger UKE ist ein Ebola-Patient als geheilt entlassen worden. Jetzt haben die Ärzte Details zur Krankengeschichte und der erfolgreichen Therapie verraten. Sie sehen in der Behandlung einen Präzedenzfall. mehr »

Neuinfektionen: Ebola erreicht New York und Mali

Ebola breitet sich aus: Erstmals sind Fälle in New York und Mali aufgetreten. Der erkrankte Arzt in den USA liegt auf einer Isolierstation - aber hat er das Virus vorher schon weitergegeben? mehr »

Hygiene-Mängel: Chef der Mannheimer Uniklinik räumt seinen Stuhl

Haare, Knochensplitter, tote Fliege im OP: Zu den Hygieneverstößen an der Mannheimer Uniklinik sind neue Details bekannt geworden. Einem Medienbericht zufolge sollen die Mitarbeiter auf die Mängel hingewiesen haben - doch geändert hat sich nichts. Der Geschäftsführer tritt ab, die Klinik will das Vertrauen der Patienten zurückgewinnen. mehr »