Ärzte Zeitung, 03.06.2008

TIPPS FÜR DIE ARZTHELFERIN

Vertrauen von Patienten hängt oft an kleinen Dingen

Das äußere Erscheinungsbild einer Praxis sagt sehr viel über das Qualitätsverständnis des Praxisteams aus. Schon kleine Nachlässigkeiten in Sachen Sauberkeit können Patienten vergrätzen. Ist in der Praxis alles Tipp-Topp in Ordnung, sorgt das letztlich auch für Vertrauen in die medizinische und auch soziale Kompetenz des Praxisteams.

 Von Theresia Wölker

Sauberkeit in Arztpraxen ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Ein funktionierendes Qualitätsmanagement zeigt sich allerdings gerade bei solchen Selbstverständlichkeiten. Sind die Abläufe ungeklärt, kann doch vieles schief gehen - mit unangenehmen Folgen für das Erscheinungsbild der Praxis. Wer geht schon gerne in eine Praxis, in der es aussieht wie bei Hempels unterm Sofa? Und wer fragt dort dann noch anspruchsvolle medizinische Leistungen nach wie zum Beispiele aufwändige IGeL-Angebote, bei denen es auf eine akkurate und saubere Arbeit ankommt?

Arzthelferinnen können einen großen Beitrag zur Sauberkeit in der Praxis und damit zu einem freundlichen Erscheinungsbild leisten. Allerdings ersetzen sie keinesfalls die Reinigungskraft in der Praxis. Sie sind aber für die Koordination der einzelnen Tätigkeiten und die Absprache mit der Reinigungskraft verantwortlich - also von der täglichen Reinigung der Toiletten und des Fußbodens bis hin zum gelegentlichen Waschen der Gardingen.

Die Reinigung des eigenen Arbeitsplatzes hingegen sollte immer die Aufgabe der jeweils dort tätigen medizinischen Fachangestellten sein. Niemand sollte sich zu schade sein, seine eigene Tastatur, seinen Bildschirm und seinen Schreibtisch zu säubern und zu ordnen. Um Geld zu sparen, können leichtere Tätigkeiten durchaus abwechselnd von Teammitgliedern erledigt werden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • die Blumenpflege
  • das Säubern des Wartezimmertisches und der Schreibablage
  • das Nachfüllen von Flüssigseife, der Hygienebeutel, von Toilettenpapier, Einmalhandtüchern und Einmaltrinkbechern
  • der Einkauf von Reinigungsmitteln
  • der Spüldienst Labor und Personalraum
  • die Reinigung der Schreibtische, Telefone, Ablagen, Instrumententische
  • das Abwaschen der Patientenliegen und das Auswechseln der Liegentücher.

Theresia Wölker aus Bendorf ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams

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