Ärzte Zeitung online, 14.08.2008

"Vertrauliche" Beleidigung des Chefs: Keine fristlose Kündigung

FRANKFURT AM MAIN (dpa). Eine nichtöffentliche Schmähung oder Beleidigung von Vorgesetzten rechtfertigt keine fristlose Kündigung.

Darauf hat das Arbeitsgericht Frankfurt am Mittwoch im Prozess zwischen einer Sachbearbeiterin und einem Design-Unternehmen hingewiesen. Die Firma willigte daraufhin in einen Vergleich ein, der der schwangeren Frau eine Abfindung sowie Lohnnachzahlung für drei Monate Kündigungsfrist zusprach.

Die Arbeitnehmerin war offenbar mit ihrem neuen Abteilungsleiter nicht einverstanden. Seinem Vorgänger schrieb sie mehrere E-Mails, in denen sie den neuen Mann als "Arsch" bezeichnete. Durch einen Zufall fanden Kollegen die Mails während einer Krankheit der Angestellten und sorgten so für die fristlose Kündigung wegen Beleidigung.

Die Vorsitzende Richterin wies in der Verhandlung jedoch darauf hin, dass keine Beleidigung im strafrechtlichen Sinne vorliege, weil die Sachbearbeiterin "auf die Vertraulichkeit des Wortes" habe setzen können. Insoweit handele es sich höchstens um eine Verächtlichmachung oder um Lästern, das aber nur zum Gegenstand einer Abmahnung oder fristgerechten Kündigung gemacht werden dürfe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »