Ärzte Zeitung online, 21.12.2010

Sieben Milliarden Euro für die betriebliche Altersvorsorge

WIESBADEN (maw). Arbeitnehmer in Deutschland haben im Jahr 2008 im Schnitt 273 Euro in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) investiert. Diese Zahl veröffentlichte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag. Das Gesamtvolumen belief sich demnach hochgerechnet auf sieben Milliarden Euro.

Beschäftigte in Branchen mit hohem Verdienstniveau investierten den Angaben zufolge mehr in die betriebliche Altersvorsorge als Beschäftigte in Niedriglohnbranchen. Am höchsten fiel mit 1,6 Prozent der Anteil der umgewandelten Bruttoverdienste in der Finanzbranche - Finanz- und Versicherungsdienstleistungen - aus. Das waren je Beschäftigten jährlich 889 Euro. Die niedrigsten Anteile wurden in der Leiharbeitsbranche -der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften - mit 0,1 Prozent und bei Wach- und Sicherheitsdiensten sowie Detekteien mit 0,2 Prozent ermittelt. Die Arbeitnehmer investierten hier jährlich 29 Euro beziehungsweise 45 Euro.

Bei einer Entgeltumwandlung verzichten Arbeitnehmer freiwillig auf einen Teil ihres künftigen Verdienstes. Im Gegenzug erhalten sie vom Arbeitgeber die Zusage auf eine im Rentenalter auszuzahlende wertgleiche Betriebsrente. Seit dem Jahr 2002 haben alle Beschäftigten ein gesetzliches Anrecht, vom Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung zu verlangen, sofern der jeweilige Tarifvertrag dem nicht entgegen steht. So haben auch Medizinische FAchangestellte (MFA) die Möglichkeit, vom Praxisinhaber ein bAV-Angebot einzufordern.

Um den Aufbau der betrieblichen Altersvorsorge zu stärken, wird die Entgeltumwandlung staatlich gefördert. Bis zu einer Obergrenze ist der umgewandelte Betrag für Beschäftigte und Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei.

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