Ärzte Zeitung, 20.01.2015

Personalführung

Neues Tool soll Belastung im Job messen

KÖLN. Seit einem Jahr sind alle deutschen Unternehmen nach Paragraf 5 Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, psychische Belastungen bei der Arbeit ihrer Mitarbeiter zu beurteilen, zu dokumentieren und präventive Maßnahmen einzuleiten.

Sollten Mitarbeiter psychische Erkrankungen wie beispielsweise einen Burn-out erleiden, könnten die Sozialversicherungsträger möglicherweise von den Unternehmen Regress einfordern.

In Deutschland gebe es jedoch aufgrund der Vielzahl von Belastungsfaktoren kein Standardverfahren zur Durchführung einer Gesundheitsbeurteilung (GBU), so die Hochschule Fresenius in München.

Bei einer solchen Beurteilung handele es sich vielmehr um einen langfristig angelegten Prozess, der an die individuellen Ansprüche des Unternehmens angepasst sein sollte.

Ganzheitliche Perspektive im Blick

Hierzu habe nach Hochschulangaben deren Professor für Wirtschaftspsychologie Simon Hahnzog das neue Diagnoseverfahren MAVA entwickelt. Mithilfe eines Fragebogens könnten demnach psychische Belastungsfaktoren aus einer ganzheitlichen Perspektive und unter Beteiligung der Mitarbeiter ermittelt werden.

Beispielsweise lasse sich feststellen, wie hoch Angestellte den Zeit- und Leistungsdruck an ihrem Arbeitsplatz empfinden oder inwiefern häufig auftretende Konfliktsituationen die Arbeitsatmosphäre und damit die Psyche der Mitarbeiter beeinflussten.

Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftspsychologie der Hochschule Fresenius hätten diesen Fragebogen in einer Projektarbeit getestet. (maw)

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