Ärzte Zeitung, 16.05.2008

KOMMENTAR

Rabatte auf IGeL durch die Hintertür

Von Matthias Wallenfels

Ärzten ist es verboten, offen Rabatte auf IGeL-Angebote zu geben und diese auch zu kommunizieren. Marketingstarke Botschaften à la "11 Vitamininfusionen zum Preis von 10" bleiben für Praxisinhaber tabu.

Sie müssen sich damit behelfen, die Preisgestaltung geeigneter IGeL-Angebote - stets auf GOÄ-Ziffern sowie einer schriftlichen Rechnung und einem Behandlungsvertrag basierend - mittels eines entsprechend krummen Steigerungsfaktors so hinzubekommen, dass Patienten am Ende tatsächlich den Preis für zehn Anwendungen bezahlen, aber in den Genuss von elf Leistungen kommen. Mit Blick auf das Werbeverbot können Ärzte ihre Patienten nur mündlich auf die attraktive Preissituation ihrer IGeL-Angebote hinweisen.

Die vor einem Jahr von der Deutschen BKK gestartete Kooperation mit der aus ihr hervorgegangenen Gesundheitswelt direkt GmbH zeigt andere Möglichkeiten auf. Auf ihrer Web-Plattform können Kunden - respektive Patienten - außer Gesundheitsprodukten und Wellnessreisen auch Gesundheitsdienstleistungen erwerben.

Rabattierte IGeL-Angebote, um es ganz klar auszusprechen. Die Nachfrage zum Beispiel nach Check-up-Paketen ist dem Vernehmen nach gut. Die Kasse schießt dabei einen Teil des mit Partnerärzten ausgehandelten Preises zu. Die Partnerschaft kann Ärzten Vorteile bieten. Jedoch sollten sie die Optionen nicht aus dem Blick verlieren, die sie nach wie vor bei der eigenen Preisgestaltung haben.

Lesen Sie dazu auch:
IGeL auf Online-Bestellung - Interesse und Nachfrage sind groß

Topics
Schlagworte
Praxisführung (14737)
IGeL (2037)
Organisationen
BKK (2105)
Personen
Matthias Wallenfels (793)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »