Ärzte Zeitung, 18.07.2008

Praxismanagerin nach einem Jahr Büffeln

Dörte Lawrenz hält in Hamburger Praxis die Fäden zusammen / Fortbildung steigert Marktwert von Helferinnen

HAMBURG (di). Vom Hotel Atlantic in die Arztpraxis: Dörte Lawrenz hat einen ungewöhnlichen Weg in die ambulante Versorgung genommen. Als Praxismanagerin hält sie vier Ärztinnen in einer Praxis den Rücken frei.

praxismanagerin nach einem jahr büffeln

Motivationsschub durch die Fortbildung zur Praxismanagerin: Dörte Lawrenz.

Foto: di

Controlling, Buchhaltung, EDV, Organisation und Zeitmanagement sind Themen, mit denen sich Dörte Lawrenz in ihrem 32-jährigen Berufsleben schon immer beschäftigen musste. Zunächst als EDV-Leiterin im Hotel Atlantic, später als stellvertretende Leiterin des Rechnungswesens bei der CCH Gastronomie im Hamburger Kongresszentrum und schließlich als Personalleiterin.

2006 kam sie in die Praxis für Mammadiagnostik von Dr. Anke Bittrich, Dr. Jutta Lübbering-Schmidt, Dr. Eva-Maria Baumgartner und Ulrike Rönck, die mitten in der Hamburger Einkaufszone eine große Röntgenpraxis mit zwölf Angestellten betreiben. Um die Verwaltung kümmerten sich hier verschiedene Ärzte und Angestellte, einen zentralen Ansprechpartner aber gab es nicht, bis Dörte Lawrenz in die Praxis kam.

Ein halbes Jahr später startete sie zusammen mit zehn weiteren Angestellten aus Arztpraxen eine einjährige Fortbildung an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni Hamburg zur Praxismanagerin. Trotz ihrer umfangreichen Vorkenntnisse im administrativen Bereich ist Dörte Lawrenz froh, die 240 Stunden Schulungen absolviert zu haben. "Ich fühle mich insgesamt sicherer, kann viele Dinge vertiefen, und es hat mir einen zusätzlichen Motivationsschub gegeben", sagt die Praxismanagerin.

So hat sie etwa in der Fortbildung gelernt, noch stärker Prioritäten in der täglichen Arbeit zu setzen oder sich für bestimmte Tätigkeiten ungestörte Phasen im Arbeitsablauf der Praxis zu suchen. Ein anderer Bereich sind die Kalkulationen, etwa vor Neuanschaffungen. Dörte Lawrenz stellt dafür Rentabilitätsberechnungen an, aus denen die Zahl der Fälle und der notwendigen Betriebsdauer eines Gerätes hervorgehen.

Ihre Chefinnen haben ihr für die Fortbildung volle Rückendeckung gegeben. "Wir sind überzeugt, dass eine Praxismanagerin für eine Praxis unserer Größenordnung Sinn macht. Wir können uns mehr auf unsere Arbeit als Ärztinnen konzentrieren", sagt etwa Dr. Anke Bittrich.

Die Praxis hat sich auch an den Fortbildungskosten von insgesamt rund 2000 Euro beteiligt. Diese Unterstützung bekamen nicht alle Kursteilnehmerinnen. Dörte Lawrenz ist aber überzeugt, dass auch ihre Kommilitoninnen mit der Fortbildung ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt wesentlich steigerten: "Praxismanagerinnen werden künftig gefragt sein."

Das Institut für Weiterbildung an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Uni Hamburg bietet ab 3. September berufsbegleitend einen mehrmoduligen Lehrgang für Arzthelferinnen zur Praxismanagerin an. Nähere Infos:
www.wiso.uni-hamburg.de/weiterbildung

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[18.07.2008, 17:33:17]
Brigitte März 
Praxismanagerin ohne Medizinkenntnis?
Wie sind die Erfahrung der Arbeitgeber mit Praxismanagerinnen, die keine Ausbildung im medizinischen Bereich haben ?

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