Ärzte Zeitung online, 10.10.2008

Praxen liegen beim QM sehr gut in der Zeit

BERLIN (ava). Viele Praxen sind bei der Einführung von Qualitätsmanagement (QM) weiter als vorgeschrieben. Das haben repräsentative Zufallsstichprobenprüfungen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ergeben. Insgesamt 3 226 Ärzte und Psychotherapeuten wurden von den KVen befragt. So befand sich ein Viertel der Befragten in der geforderten Planungsphase für ein QM-System. 45 Prozent hatten bereits mit der konkreten Umsetzung von QM begonnen.

Insgesamt 15 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten waren sogar deutlich weiter: Sie überprüften ihr internes QM und entwickelten dieses schon kontinuierlich weiter. Noch nicht mit der Einführung begonnen hatten lediglich sechs Prozent der Praxen und nur zehn Prozent machten aus verschiedenen Gründen wie Praxisaufgabe keine Angaben. Die Erhebungen fanden im Jahr 2007 statt.

"Die KVen unterstützen ihre Mitglieder umfassend bei der Einführung von QM", kommentierte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, die nun vorliegenden Ergebnisse. "Die ermittelte Einführungsquote ist das erfolgreiche Resultat dieser Bemühungen. Es zeigt, wie ernst die KVen und ihre Mitglieder ihren Auftrag nehmen, eine qualitätsgerechte und sichere Versorgung der Patienten bereitzustellen und weiterzuentwickeln", so Köhler weiter.

Das am häufigsten verwendete QM-System in Praxen ist den Angaben der KVen zufolge QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen). Die Umfrage ergab für QEP einen Anteil von 36 Prozent. 1 757 Niedergelassene aus der Zufallsstichprobe machten freiwillig Angaben zu dieser Zusatzfrage. ISO 9001 ist mit 27,9 Prozent am zweithäufigsten vertreten. Das mit QEP kompatible Verfahren KPQM 2006 der KV Westfalen-Lippe folgt mit einem Anteil von 3,1 Prozent auf dem dritten Platz.

Nach Ansicht Köhlers ist QEP das mit Abstand erfolgreichste QM-System auf dem Markt. "Unsere intensive Entwicklungsarbeit macht sich bezahlt. QEP wurde von den KVen und der KBV speziell für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten entwickelt.

Die KVen sind laut der "Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung", die am 1. Januar 2006 in Kraft getreten ist, verpflichtet, jährlich eine derartige Erhebung unter 2,5 Prozent der Niedergelassenen durchzuführen. Für die Bearbeitung und Auswertung hat die KBV ein einheitliches und bundesweit abgestimmtes Datenverarbeitungsprogramm zur Verfügung gestellt. Die KBV übernimmt auch die abschließende Zusammenführung der Ergebnisse und erstattet dem Gemeinsamen Bundesausschuss Bericht.

Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind gesetzlich verpflichtet, in ihren Praxen bis Ende 2009 QM einzuführen.

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