Ärzte Zeitung, 03.11.2008

Vernetzung: Ohne Software läuft nichts

Für die schnelle Verständigung unter den Kooperationspartnern wird die Praxis-IT immer wichtiger

NEU-ISENBURG (reh). Vernetzung ohne Software? Das scheint für fast drei Viertel der Niedergelassenen nicht denkbar zu sein. Zufrieden mit der derzeitigen Technik sind sie deshalb aber noch lange nicht, zumindest nicht alle.

Fast 17 Prozent der Niedergelassenen sind mit ihrer Software in Sachen Vernetzung noch nicht zufrieden.

Jeder sechste Arzt würde sich von seiner Praxis-Software in Sachen Vernetzung mehr Möglichkeiten wünschen. Denn zufrieden mit den Prozessen rund um die Verwaltung und Abrechnung praxisübergreifender Leistungen sind diese Ärzte nicht. Das geht aus der gemeinsamen Umfrage von "Ärzte Zeitung" und PVS/Die Privatärztlichen VerrechnungsStellen zum Thema neue Versorgungsformen unter Niedergelassenen hervor.

Dennoch, nahezu drei Viertel der fast 3500 Umfrageteilnehmer nutzen für Leistungen, die sie in Kooperation mit Kollegen oder gar anderen Leistungserbringern bieten, bereits eine Softwarelösung. Und ein Viertel der Ärzte hat bisher durchaus gute Erfahrungen mit den Computerprogrammen gemacht.

Dabei spielt für Niedergelassene sicherlich die schnelle Verständigung mit den Kooperationspartnern eine immer wichtigere Rolle. So betreiben einige Ärztenetze bereits ein gemeinsames, netzinternes elektronisches Kommunikationsnetz. Befunde oder Verordnungen sind so schnell für die Mitbehandler einsehbar. Selbst Termine bei Kollegen lassen sich teilweise schon direkt vom Computer in der eigenen Praxis heraus vergeben.

Wichtig ist vor allem die Sicherheit beim Datenaustausch. Hier böten die bestehenden Smartcard-Technologien aber schon einen sicheren Datentransfer, sagt Dr. Harro Herffs, Geschäftsführer der PVS Bremen. "Die Herausforderung wird künftig sein, aus den unterschiedlichen Software-Systemen der Ärzte die gleichen Daten herauszubekommen", so Herffs weiter. Aber auch da seien die IT-Hersteller längst dran. Herffs nennt nur das Beispiel des Hausärztevertrags in Baden-Württemberg. Da hätten sich die Softwarehersteller zum Teil vorher genau informiert, was eine Software im Rahmen des Vertrages alles können muss, um dann ein entsprechendes Angebot zu machen. Herffs: "Die großen Softwareunternehmen achten sehr genau darauf, was passiert."

Eine Tatsache, die besonders für 30 Prozent der Umfrageteilnehmer interessant sein dürfte. Diese wenden zwar noch keine Software im Rahmen von Kooperationen an, planen aber dies zu tun.

Gar nicht auf Softwarelösungen setzen wollen übrigens etwas mehr als ein Viertel der Ärzte. Spitzenreiter sind hierbei die Ärzte im Norden (Postleitzahlgebiet 20 001 bis 30 000) sowie im Südwesten (mit den Postleitzahlgebieten 50 001 bis 70 000).

Weitere Beiträge zur Serie:
"Das große Praxisquorum"

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