Ärzte Zeitung online, 05.01.2009

Unter Freiberuflern blasen Niedergelassene am meisten Trübsal

KÖLN (iss). Viel schlechter kann die Stimmung bei den niedergelassenen Ärzten kaum noch werden. Nach einer Umfrage des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) schätzen sie die wirtschaftliche Lage deutlich schlechter ein als andere Freiberufler - die auch nicht gerade ein positives Bild zeichnen.

Unter Freiberuflern blasen Niedergelassene am meisten Trübsal

Foto: Jose Manuel Gelpi Diaz ©www.fotolia.de

Der BFB befragt seine 66 Mitgliedsorganisationen alle sechs Monate nach ihrer Bewertung der wirtschaftlichen Lage auf der Schulnotenskala von eins bis sechs. Die aktuelle Umfrage ergab eine Durchschnittsnote von 3,78, nach 3,28 im Sommer. Bei der Gruppe der Heilberufler sah es mit einem Durchschnitt von 4,2 insgesamt negativer aus.

Die Ärzte bewerteten die wirtschaftliche Lage mit einem klaren "mangelhaft" deutlich negativer, wobei die Fachärzte, die gesondert ausgewertet werden, sogar die Note "ungenügend" verteilten. "Die konstant schlechte Stimmung im heilkundlichen Bereich ist vor allem zurückzuführen auf die ungewissen Folgen der Einführung des Gesundheitsfonds und anderer restriktiver gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen", sagte BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann.

Auch die Umsatzerwartung für 2009 fällt bei den Freiberuflern durchweg pessimistischer aus als noch im Sommer 2008. Die negative Bewertung der wirtschaftlichen Lage bleibt nicht ohne Folgen für die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen bei den Freiberuflern. Gerade die beschäftigungsintensiven Bereiche der Medizin und der Zahnmedizin gehen von einem Beschäftigungsrückgang aus, so der BFB.

Die Ergebnisse der Umfrage ließen erkennen, dass die allgemeine Konjunkturkrise auf die Freien Berufe durchschlage, sagte Oesingmann. "Wir brauchen deutliche Investitions- und Konsumimpulse, zu denen auch Senkungen bei den direkten und indirekten Steuern gehören", forderte er.

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